Ess-Störungen – die Kehrseite des Schlankheitswahns

Frankfurt/M. (DGE). In unserer „schlank-schönen“ Gesellschaft wird Untergewicht selten als Problem gesehen. Im Gegenteil, sie werden eher beneidet, die Dünnen. Doch die Kehrseite des „Schlankheitswahns“ äußert sich häufig in Ess-Störungen. Ess-Störungen sind psychische Störungen, die sich besonders bei Mädchen und jungen Frauen, aber immer häufiger auch bei Männern manifestieren.

Zu den Ess-Störungen zählen die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Bulimie, Ess-Brech-Sucht) und das Binge eating disorder (Ess-Sucht). 3 – 5 Prozent der Bevölkerung leiden unter Bulimie, Zahlen für das Binge eating disorder gibt es in Deutschland kaum, geschätzt werden 10 bis 20 Prozent der Übergewichtigen. Prof. Volker Pudel, Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) betont: „Für viele Patienten mit Ess-Störungen bedeutet Nahrungsaufnahme eine permanente Bedrohung. Essen hat für sie eine psychische Dimension. Nicht Appetit auf Schmackhaftes, Genuss oder gar echter Hunger prägen ihr Essverhalten. Die Angst vor Kalorien beherrscht ihr Essen und ihre Lebensmittelauswahl. Bis dann in der Fressattacke die rigide Kontrolle total zusammenbricht.“

Laut DGE steht bei allen Ess-Störungen die psychotherapeutische Betreuung im Vordergrund jeder Behandlung. Eine Ernährungsberatung ist keinesfalls ausreichend, da die Probleme der Betroffenen in erster Linie in ihrer Einstellung zum eigenen Körpergewicht und zur eigenen Figur und nicht in mangelndem Ernährungswissen begründet ist. Das Neuerlernen eines normalen, flexiblen Essverhaltens sowie die akzeptierte Stabilisierung eines normalen Körpergewichtes sind das Ziel der Therapie von Ess-Störungen.

Ausführliche Informationen unter:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Postfach 93 02 01, 60457 Frankfurt/M.
Tel.: 069/976 803 35, Fax: 069/976 803 99
Internet: www.dge.de

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