FachPack 2012: Lösungen für einen vielschichtigen Markt

Nürnberg.Platz, Energie, Material sparen – das sind Themen, die die Verpackungsindustrie derzeit bewegen. Die treibenden Kräfte für stetige Innovationen sind vielschichtig: wirtschaftliche Rahmenbedingungen, politische Vorgaben und technologischer Fortschritt. Diese Herausforderungen zur Weiterentwicklung ihrer Produkte nimmt die Verpackungswirtschaft an. Letztlich sorgt schonender Umgang mit Ressourcen auch für mehr Effizienz in der Wertschöpfungskette.

Verpackung: Schlaue Folien für die schnelle Küche
Fleisch stellt besondere Anforderungen an industrielle Verpackungen, weil es aussaftet. Eine Vakuum-Weichfolien-Verpackung aus zwei Kammern sorgt für trockenes Lagern in der Verpackung. Dabei nimmt die getrennte Aktiv-Vakuum-Kammer Fleischsaft und Luftsauerstoff aus den Randbereichen des Produktes auf. Das Fleisch behält die vom Verbraucher geschätzte rote Färbung. Die zweite Verpackungskammer vermeidet beim Öffnen den Kontakt mit dem abgegebenen Fleischsaft, ein Rückfließen ist systembedingt ausgeschlossen. Das neue Konzept spart auch Kosten in der Herstellung: Durch das Vakuum-System der zweiten Kammer wird auf Saugeinlagen verzichtet. Eine spezielle Folienzusammensetzung ist nicht erforderlich. Die Standardfolien-Lösungen eignen sich für ein breites Produktspektrum.

Vielversprechende Verpackungslösungen helfen, fetthaltige, panierte oder brotartige Lebensmittel knusprig und schmackhaft in der Mikrowelle zuzubereiten. Feuchtigkeit und Fett wandern während des Garvorgangs durch eine perforierte Siegelfolie und werden von einer Zwischenlage aufgesaugt. Auch unpanierte Speisen, wie etwa Schinkenspeck, gelingen so in der Mikrowelle deutlich knuspriger. Die Verpackung besitzt zudem thermoisolierende Eigenschaften. Diese senken die Außentemperatur der Verpackung nach der Mikrowellen-Zubereitung und ermöglichen das problemlose Anfassen des Beutels. In Verbindung mit leicht zu integrierenden, komfortablen Öffnungsmechanismen ist so eine zeitsparende, leichte Entnahme des zubereiteten Essens gewährleistet. Ein zusätzliches Dampfventiletikett ermöglicht besonders schonendes Dampfgaren, das natürlichen Geschmack und Vitamine erhält. Die flexible Verpackung kann vollflächig bedruckt werden und besitzt mit einem Sichtfenster ein ansprechendes Design. Sie wird auf herkömmlichen Form-Fill-and-Seal-Anlagen verarbeitet und kann eine Bag-In-Box Suszeptor-Verpackung ersetzen. Suszeptoren bestehen aus einer auf Folie aufgedampften Metallschicht. Sie strahlen Wärme ab, um Lebensmittel zu bräunen. Die neue Mikrowellen-Verpackung spart diese Materialien ein, und wird teilweise aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt.

Technik: Flexible Maschinen verpacken in Höchstgeschwindigkeit
Versiegelte Schalenverpackungen sind gefragt: als industrielle Verpackung für Frischeprodukte oder für Tiefkühlmenüs. Die so verpackten Produkte bieten ein hohes Maß an Convenience, sind dank modifizierter Atmosphäre haltbar und schnell zubereitet. Die Maschinenhersteller bieten platzsparende Maschinen durch zweispurige Ausfertigung der Traysealer für das vollautomatische Verpacken großer und mittlerer Chargen. Ein Traysealer mit zwei autarken Spuren zur Schalenversiegelung kann mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gleichzeitig verschiedene Produkte in unterschiedlichen Formaten und Füllgewichten verarbeiten – mit jeweils auf diese Produkte angepasster Schutzatmosphäre. Stillstandszeiten reduzieren sich, weil für den Produktwechsel jede Spur einzeln anhält, während auf der anderen weiter produziert wird. Folienrollen mit einem Durchmesser von bis zu 450 mm garantieren längere Produktionszyklen. Verarbeitet werden alle Schalenformate und Folientypen. Moderne Servotechnologie sorgt für eine kontrollierte Schalenförderung und Folienzufuhr bei Hochgeschwindigkeit. Die integrierte Kontrollwaage scheidet fehlgewichtige Schalen vor der Versiegelung aus. Die Siegelköpfe schalten sich bei Störungen automatisch ab. So kann der Traysealer weiterlaufen und automatisch die Schalenzufuhr regulieren. Werkzeugwechsel sind schnell und einfach zu erledigen. Die offene Konstruktion ist zur Reinigung gut zugänglich. Andere zweispurige Traysealer-Konzepte optimieren automatisch Geschwindigkeit sowie Verfahrbewegungen für den gewünschten Ausstoß und setzen neue Maßstäbe bei Prozesssicherheit, Effizienz und Hygiene-Design. Zur Kartonierung der fertigen Traypackungen ist die Verpackungslinie mit einem 4-Achs-Roboter ausgestattet. Das Handhabungsmodul verfügt über drei Freiheitsgrade der Bewegung sowie eine optionale Drehachse.

Veredelung: Schick und unbedenklich – migrationsarme Druckfarben
Für Kunststoffverpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gilt seit 2011 die EU-Verordnung Nr. 10/2011. Unternehmen, die solche Kunststoffe verarbeiten oder verwenden, müssen prüfen, ob ihre Produkte auch nach der neuen Verordnung rechtskonform sind. Zudem limitiert die neue Norm den Einsatz verschiedener Stoffe hinter funktionalen Barrieren. Während diese Verordnung europaweit gültig ist, wird in Deutschland derzeit die so genannte Druckfarbenverordnung erarbeitet. Dabei geht es um Stoffe, die unbeabsichtigt in den Vorprodukten, aus denen Verpackungen für Lebensmittel hergestellt werden, bzw. in den im Produktionsprozess eingesetzten Hilfsmitteln enthalten sein können. Unter anderem ist hier Migration durch Druckfarben und Lacke ein Thema. Das Angebot migrationsarmer Lacke, das den gesetzlichen Bedingungen entspricht, wächst ständig. Diese Lacke bieten Sicherheit im Druck bzw. in der Veredelung von Verpackungen. Es gibt eine ganze Reihe von UV- und Dispersionslacken, die sehr unterschiedliche Anforderungen an die Herstellung lebensmittelkonformer Verpackungen abdecken. Damit erhalten die Packmittelhersteller neue Möglichkeiten hinsichtlich der Funktionalität und der Gestaltung ihrer Produkte. In der Herstellung der Lacke werden grundsätzlich hochwertigste Rohstoffe sorgfältig ausgewählt, kombiniert und mit modernster Fertigungstechnologie produziert. In der Produktion zeichnen sich die neuen Lacke durch gute Druckbarkeit sowie schaumfreie Verarbeitung aus. Ausgezeichnete Benetzung minimiert den Farbaufbau auf Lacktüchern und verringert die Waschstopps. Weitere wichtige funktionale Eigenschaften sind schnelle Trocknung und hohe Scheuer- und Nassblock-Festigkeit.

Logistik: Mobile Regalsysteme, Roboter, sichere Datenübertragung
Fast jedes Produkt landet nach der Produktion im Lager. In der Lagerlogistik kommt es auf sichere Transportverpackung und eindeutige Identifizierung an. Komplettanbieter für Lagertechnik stellen neben Behältern auch Regaltechnik her. Schwerlastbehälter aus Kunststoff für Nutzlasten bis 500 Kilogramm sind robust, flexibel einsetzbar und im Vergleich zu Gitterboxen oder Stahlblechbehältern deutlich leichter. Damit erfüllen sie alle Anforderungen des Lean-Production- und des Lean-Logistics-Prinzips. Schwerlastregale mit Shuttlesystemen, also batteriebetriebenen, ferngesteuerten Kanalfahrzeugen, und verfahrbare Regalsysteme ermöglichen eine effiziente Raumnutzung. Druckempfindliche Waren und ungleichmäßig beladene Paletten lassen sich so sicher und beschädigungsfrei stapeln. Selbst Paletten unterschiedlichster Typen können ohne Probleme eingelagert werden. Für enge Platzverhältnisse eignen sich auch neue Linearroboter, die als kostengünstiges Einstiegsmodell die Palettierung von Foliengebinden, Kartons, Säcken, Normbehältern und Paketen übernehmen. Die Roboter sind mit Klemm-, Saug- oder Gabelgreifern ausgestattet. Sie handhaben bei Bedarf alle Arten von Zwischenlagen, Leer- und Vollpaletten bis zu einer Höhe von 2.800 mm. Die Konstruktion reduziert die Montagedauer auf ein Minimum und ermöglicht damit unkomplizierte innerbetriebliche Standortwechsel des Roboters. Für homogene Paletten-Ladungen wie Mehrwegbehälter oder auch einzelne Behälter und Kästen bleibt Umreifung die materialsparendste Transportsicherung. Neu ist eine Umreifungsmaschine, die mit Ultraschall schweißt und damit den Heizkeil einspart. Ultraschallaggregate arbeiten schneller, wirtschaftlicher und emissionsärmer bei deutlich längeren Standzeiten. Das Ultraschallaggregat verschließt die Bandenden mit Ultraschall und nicht mehr thermisch. Es arbeitet ausschließlich mit bürstenlosen, verschleißfreien Gleichstrom-Direktantrieben. Die dafür notwendige Regelelektronik ist bereits in die Motoren integriert.

Kennzeichnungs-Daten müssen üblicherweise manuell auf neue Drucklösungen übertragen werden. Eine neue Lösung, die mit jeder Datenbank auf Anwenderseite harmoniert, übergibt alle zu druckenden Daten schnell, sicher und automatisch an einen Laserdrucker, die dieser ohne weitere Einstellungen sofort arbeitet. Manuelle Eingaben entfallen komplett und machen die Datenübertragung damit sicherer. Basis des Systems sind laseraktivierbare Etiketten mit einer speziellen Veredelung. So kann der CO2-Laser auf den vorgesehenen Stellen schwarz „schreiben”. Das Schriftbild ist gestochen scharf, egal ob es sich um Klarschrift, Grafik oder Codes handelt. Weil der Laser kein Material abträgt, entstehen weder verwischbare Spaltprodukte noch wird das Etikett beschädigt. Eine Absaugung ist nicht erforderlich. Da dieses Drucksystem verschleißfrei arbeitet, weder Verbrauchsmaterialien noch Nachjustierung benötigt, gibt es keine Produktionsunterbrechungen. Der Wirkungsgrad steigt.

Mit Inspiration – Innovation – Information lockt die PackBox
… und bietet so die einzigartige Möglichkeit, das auf den Messeständen Gesehene fachlich weiter zu vertiefen. In ungewöhnlichem Ambiente vermitteln sieben Partner Außergewöhnliches aus den Bereichen Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik. Die höchstens 30-minütigen Kurzvorträge laden ein zu Diskussion und Austausch im Café- und Loungebereich der PackBox. Law and Order für Verpackungen, Future Materials, Verpackungsmaschinen von morgen, Biokunststoffe, Social media and Packaging, Ladungssicherheit und Diebstahlsicherung, RFID, Tops und Flops im Verpackungsdesign, Designtrends, Was erwarten Handel und Marken vom Verpackungsdruck? Die Verpackung spricht mit mir … sind nur einige der PackBox-Themen an den drei Messetagen.

woy/Redaktion Fleischerei-Technik

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