Fleischer-Innung Neumarkt

Fleischer-Innung Neumarkt tagte

Themen der Jahreshauptversammlung der Fleischer-Innung Neumarkt im Johanneszentrum in Neumarkt waren unter anderem die Lehrlingskrise und die allgemeine konjunkturelle Lage. Ein besonderer Gruß von Obermeister Karl Schneider galt dem Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern, Lars Bubnick, dem Geschäftsführer der Handwerkskammer Regensburg, Alexander Stahl, Ernst Maler, Obermeister und Hubert Piehler, stv. Obermeister der Fleischer-Innung Schwandorf sowie Dr. Kay Langner vom Veterinäramt Neumarkt.

Umsatzplus trotz Corona-Einschränkungen

Lars Bubnick referierte zum Thema „Aktuelle Informationen aus Fleischerhandwerk und Verbandsarbeit“. Danach berichtete Karl Schneider über die konjunkturelle Lage 2021 und die Entwicklung im Fleischerhandwerk. Der Gesamtumsatz im Fleischerhandwerk stieg im abgelaufenen Jahr leicht an. Trotz weniger Betriebe und Filialen, coronabedingten Einbußen im Catering, im Liefergeschäft und beim stationären Imbiss sowie den insgesamt gesunkenen Fleischverzehr erzielte das Fleischerhandwerk als Ganzes ein sehr respektables Ergebnis. Nach einem kräftigen Umsatzplus 2019 von 3,3 % meldete das Statistische Bundesamt für das Fleischerhandwerk im Corona-Jahr 2020 einen weiteren leichten Anstieg um 0,7 %.

Die Umsatzsteigerung geht auch auf die im Jahresverlauf um 6,1 % höheren Verbraucherpreise für Fleisch- und Fleischerzeugnisse zurück. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Betriebsentwicklung und dem Beschäftigungsengpass bedeutet das eine nochmal gestiegene Auslastung der am Markt präsenten Betriebe. Zu Jahresbeginn startete das Fleischerhandwerk mit einem sehr starken 1. Quartal, danach setzte eine Stabilisierung der Umsätze ein. Der Vorjahreswert wurde damit um rund 120 Mio. Euro übertroffen. Vom Gesamtumsatz des Fleischerhandwerks entfielen zuletzt rund 14,93 Mrd. Euro auf den Verkauf von Fleisch und selbstproduzierten Fleischerzeugnissen und 2,64 Mrd. Euro auf den Absatz zugekaufter Handelswaren.

Corona verschärft Lehrlingskrise

Die Corona-Pandemie habe den ohnehin herrschenden Lehrlingsmangel zusätzlich verstärkt. „Die Lockdown-Maßnahmen an den Schulen und Geschäften haben Schäden auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Sie haben Betriebe und Jugendliche hinsichtlich ihrer Zukunftsaussichten verunsichert und die ohnehin schwerer werdende Zusammenführung von Ausbildungsstellen und -interessenten aufgrund ausgefallener Berufsorientierung und Praktika zusätzlich belastet“, sagte der Obermeister.

Bayernweit befanden sich im vergangenen Jahr 1.514 junge Menschen zur Berufsausbildung in einem fleischerhandwerklichen Betrieb, ein Jahr zuvor waren es 1.659 gewesen. Der insgesamt zu verzeichnende Rückgang konzentrierte sich auf beide Ausbildungsberufe gleichermaßen, nachdem zuvor vor allem der Verkaufsbereich betroffen war. Neben dem allgemeinen Szenario spiegelt die jüngste Entwicklung auch die extreme Konkurrenz mit dem Lebensmitteleinzelhandel auf dem Ausbildungsmarkt um junge Nachwuchskräfte, vor allem im Verkauf, wider.

Rückblick und Wahlen

Nach dem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2021 wandte sich Obermeister Karl Schneider dem Innungsgeschehen zu. Derzeit zählt die Innung 20 ordentliche Mitglieder sowie vier Ehren- bzw. Gastmitglieder. Im Berichtsjahr wurden zwölf Berufsausbildungsverträge genehmigt. Die Zwischen- und Gesellenprüfung fand in Regensburg statt. Drei Prüflinge aus dem Landkreis Neumarkt wurden für ihre hervorragende Leistungen bei der Gesellenprüfung geehrt. Turnusgemäß fanden auch die Wahlen der Fleischer-Innung Neumarkt statt. Obermeister Karl Schneider und sein Stellvertreter Norbert Wittmann wurden bestätigt. Den Vorstand ergänzen Karl Hecht, Xaver Leidl und Franz Wanke.

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