Förderung für Ferkelaufzucht endet

ITW-Ferkelfonds läuft planmäßig Ende 2026 aus

Die Initiative Tierwohl (ITW) hält am Ziel der Marktfinanzierung der Schweinehaltung von der Sauenhaltung über die Ferkelaufzucht bis hin zur Mast ab 2027 fest. Der Ferkelfonds endet wie geplant mit dem 31.12.2026. Die Rücknahme garantierter Preisaufschläge für Tierwohlleistungen und der Übergang zu einem Marktmodell waren zentrale Forderungen des Bundeskartellamts, das den Ferkelfonds zuletzt nur noch „toleriert“ hat. Das Ende des Ferkelfonds wurde mit den Branchenbeteiligten abgestimmt und beschlossen und seit August 2022 mehrfach entsprechend öffentlich angekündigt. Die bisherigen Aufpreisempfehlungen sollen weiterhin erhalten bleiben.

Ferkelerzeuger sollen sich ITW-Mäster suchen

„Das Ende des Ferkelfonds wurde von uns vielfach angekündigt und durch Maßnahmen vorbereitet“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Das waren zum einen Anreize durch eine höhere Aufpreisempfehlung für nämliche Schlachtschweine und eine ausschließliche Neuzulassung von Ferkelerzeugern, die an ITW-Mäster liefern. Jetzt läuft die letzte Übergangsfrist aus. Daher gilt für die Ferkelerzeuger, sich ITW-Mäster als Abnehmer zu suchen. Aber auch die Mäster sind gefragt. Denn künftig können nur noch die Schweine als ITW-Tiere vermarktet werden, die von der Sauenhaltung über die Ferkelaufzucht bis hin zur Mast im ITW-System gehalten wurden.“

Die Initiative Tierwohl ist 2015 mit einer Fondsfinanzierung für die Tierwohlmaßnahmen gestartet. Dabei zahlten die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels das Geld in den Fonds ein, aus dem die Tierhalter ein Tierwohlentgelt erhielten. Sukzessive wurde die Fondsfinanzierung in der Schweine- und Geflügelmast abgeschafft und durch eine Marktfinanzierung ersetzt.

Was bislang lediglich für die Mast galt, ist künftig auch für die Ferkelerzeugung vorgesehen. Denn ab 2027 kann Schweinefleisch nur noch dann als ITW-Fleisch vermarktet werden, wenn die Tiere von der Sauenhaltung über die Aufzucht bis hin zur Mast nachweislich nach den Kriterien der ITW gehalten wurden. Verbraucher sollen so zukünftig bewusst entscheiden können, ob sie durch ihren Kauf Fleisch erwerben möchten, welches ab der Geburt unter ITW-Bedingungen erzeugt wurde.

Aktuell über 9.000 ITW-Teilnehmer

Aktuell nehmen über 9.000 schweinehaltende Betriebe, darunter 1.589 Ferkelaufzüchter und 1.250 Sauenhalter an der ITW teil. Insgesamt profitieren nun jährlich gut 22 Millionen Mastschweine und rund 19 Millionen Ferkel von den Maßnahmen der ITW-Tierhalter. Die Lücke zwischen Ferkelaufzucht und Schweinemast konnte in den letzten zwei Jahren weiter verkleinert werden. Auch in diesem Jahr ist es geplant, eine weitere Registrierungsphase für Ferkelaufzuchtbetriebe zu starten, um die Lücke weiter zu schließen. Ziel ist die so genannte Nämlichkeit, die darin besteht, dass zukünftig alle Schweine im ITW-System von der Geburt bis zur Schlachtung ausschließlich auf ITW-Betrieben gehalten werden.

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