Geflügel aus Europa

Der Metzgermeister, Fleischsommelier und Buchautor Christoph Grabowski und Amil Hota präsentierten in der Berliner Arminiusmarkthalle die von der EU kofinanzierte Initiative „Geflügel aus Europa – eine nachhaltige Wahl“. Unter der Moderation von Patrice Bouédibéla verdeutlichten die beiden Experten, wie die europäische Geflügelwirtschaft durch Innovationskraft und hohe Standards ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leistet. Verbraucher/-innen profitieren von einem Produkt, das hochwertig, sicher und ökologisch verantwortungsvoll erzeugt werde.

Jedes Teil des Tieres sinnvoll nutzen

Foto: Food Embassy

Christoph Grabowski brachte dabei seine Philosophie der ganzheitlichen Verwertung praxisnah auf die Bühne: „Alles vom Tier nutzen.“ Bei einer Live-Zerlegung zweier Hähnchen zeigte er auf, wie jedes Teil des Tieres sinnvoll genutzt werden kann, und appellierte daran, den Fokus vom Konsum von Edelteilen wieder auf eine umfassendere Wertschätzung des ganzen Tieres zu lenken. Er thematisierte zudem die Dringlichkeit einer Deklarationspflicht der Fleischherkunft im Außer-Haus-Markt: „Verbraucher/-innen sollten nicht nur im Supermarkt, sondern auch in Restaurants, Kantinen und Krankenhäusern nachvollziehen können, woher ihr Fleisch stammt“, betonte er. Derzeit bleibe dies häufig unklar, und ein erheblicher Teil des in der Gastronomie genutzten Fleisches stamme von außerhalb Europas, oft ohne die strengen Standards der EU in den Bereichen Tierwohl, Umweltschutz und Hygiene zu erfüllen.

Hochwertiges Protein

Foto: Food Embassy

Amil Hota, Kommunikationsleiter des Bundesverbands bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH), erläuterte die Eckpfeiler und Erfolge der Initiative „Geflügel aus Europa“. Getragen von vier europäischen Geflügelverbänden aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Polen, zielt die Kampagne darauf ab, das Bewusstsein für nachhaltige Geflügelprodukte zu stärken. Er hob die gesundheitlichen Vorzüge von Geflügelfleisch hervor: „Geflügel ist eine der hochwertigsten Proteinquellen und spielt eine zentrale Rolle in einer gesunden, ausgewogenen Ernährung.“ Er verwies auf die gestiegene Nachfrage nach Geflügel, vor allem bei jüngeren Kleintel, die bewusst auf qualitative und gesundheitlich wertvolle Produkte setzt.

Risiken von Mercosur

Weiterer inhaltlicher Schwerpunkt dieser Veranstaltung war das Mercosur-Freihandelsabkommen, das in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird und auf den Weg gebracht wurde. Amil Hota warnte vor den Risiken eines unkontrollierten Imports von Geflügelprodukten aus Ländern Südamerikas, die nicht den strengen EU-Vorgaben entsprechen, wenn es um Nachhaltigkeit, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit geht. Dies sorge auch Verbraucher/-innen, wie eine Studie des Forschungsinstituts Civey belegte.

Foto: Food Embassy

Über die Kampagne: Das Motto von EURSPO, einem neuen zweijährigen Förderprogramm, das von vier nationalen Geflügelverbänden – CIPC (Frankreich), KRD-IG (Polen), BVH (Deutschland) und AVIANZA (Spanien) – initiiert wurde, lautet: „Europäisches Geflügel: eine nachhaltige Wahl“. Das Hauptziel dieses Programms ist es, das Bewusstsein bei den Verbraucher/-innen für die Nachhaltigkeit des europäischen Geflügelsektors zu schärfen und das Engagement für die Schaffung des nachhaltigsten und umweltfreundlichsten Agrar- und Lebensmittelsystems in der EU hervorzuheben, wobei ein Schwerpunkt auf der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung liegt.Weitere Infos hier: www.nachhaltiges-gefluegel.eu, auf Instagram @nachhaltigesgefluegel und Facebook @NachhaltigesGeflügelfleisch.

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