1. Bayerische Fleischerschule Landshut geht in der HWK Niederbayern-Oberpfalz auf
Nach fast einem Jahrhundert Spitzenbildung im Metzgerhandwerk stellt die 1. Bayerische Fleischerschule Landshut die Weichen für die Zukunft neu. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung wird sich die traditionsreiche Privatschule aus dem aktiven Bildungsbetrieb zurückziehen. Um die Kontinuität und Qualität der Ausbildung in der Region lückenlos zu gewährleisten, übernimmt der langjährige Kooperationspartner, die Handwerkskammer (HWK) Niederbayern-Oberpfalz, am Standort Straubing bewährte Bildungsangebote. Für die Landshuter Schule bedeutet die Neuausrichtung das Aus als Aus-/Fortbildungsstandort des Metzgerhandwerks.
Ein Erbe, das bleibt
Seit ihrer Gründung im Jahr 1928 durch Max Schöner hat die 1. Bayerische Fleischerschule Landshut Generationen von Metzgermeistern und Fachkräften geprägt. „Wir blicken mit Stolz auf fast 100 Jahre Bildungsgeschichte zurück, in denen wir das Handwerk mit Herz und Verstand begleitet haben“, erklärt Barbara Zinkl-Funk, Geschäftsführerin der Fleischerschule.
Der Rückzug erfolge vor dem Hintergrund eines sich stark wandelnden Marktes, in dem eine Bündelung von Ressourcen notwendig sei, um auch weiterhin spezialisierte Bildungsangebote in der Region anbieten zu können, heißt es in einer Pressemitteilung der Fleischerschule. „Diese Entscheidung ist mir und meinen Mitgesellschaftern nicht leicht gefallen. Sie ist jedoch das Ergebnis eines tiefgreifenden Wandels in unserer Branche und der klaren Überzeugung, Verantwortung für nachhaltige Strukturen zu übernehmen.“, ergänzt Zinkl-Funk weiter aus.
Synergien durch Standortkonzentration
Für die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ist die Integration der Fachkurse „ein logischer Schritt in der regionalen Bildungsstrategie“. Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der HWK, sieht in der Konzentration von Standorten einen entscheidenden Vorteil für die Zukunft: „Unsere Handwerkskammer betreibt in Straubing ein Kompetenzzentrum für das Lebensmittelhandwerk. Wir unterstützen hier bereits jetzt unsere Ausbildungsbetriebe im Metzgerhandwerk und führen überbetriebliche Unterweisungen für die Auszubildenden durch. Mit den zukünftigen Angeboten der Meisterkurse im Metzgerhandwerk bündeln wir die Kapazitäten und entwickeln die Aus- und Fortbildung in Ostbayern weiter. Dies kommt unseren Handwerksbetrieben und den dringend benötigten Fach- und Führungskräften im Metzgerhandwerk zu Gute.“
Wolfgang Reif, Bereichsleiter Bildung bei der Handwerkskammer, ergänzt: „Unser Kompetenzzentrum in Straubing bietet beste Voraussetzungen für eine hochwertige Meisterausbildung im Metzgerhandwerk. Wir freuen uns auf die neuen Meisterschülerinnen und Meisterschüler.“
Die Übergabe der Meisterkurse und Kurse zur Erlangung spezialisierter Sachkunde an die Handwerkskammer sei „ein bewusst gewählter Schritt“. Beide Institutionen verbinde eine über 40-jährige, erfolgreiche Zusammenarbeit. „Die Handwerkskammer ist der ideale Partner, um unser fachliches Erbe weiterzuführen. Unsere Teilnehmenden finden dort eine zukunftsweisende Infrastruktur vor“, versichert Zinkl-Funk.
Nahtloser Übergang für Kursteilnehmer
Für aktuelle und zukünftige Kursteilnehmer ändere sich inhaltlich wenig; die gewohnte hohe Qualität der Ausbildung bleibe erhalten. Die HWK werde sich bei angebotenen Kursformaten an der fachlichen Expertise der Fleischerschule orientieren und sicherstellen, dass die Region auch künftig das Zentrum für exzellente Fortbildung im Fleischerhandwerk bleibt.
Im Bild oben (von li.): Wolfgang Reif, Barbara Zinkl-Funk und Hans Schmidt stellen die Weichen für Ostbayern als Bildungsregion für das Metzgerhandwerk neu.