Das Ernährungsverhalten in Deutschland hat sich verändert. Es wird unter anderem weniger Rind- und Kalb- und dafür mehr Geflügelfleisch gegessen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), einer der Organisatoren der Kampagne “Talking Food”, dem deutschen Teil der EU-Kampagne für Jugendliche zum Thema Lebensmittelsicherheit, rät allen Verbrauchern: Bereiten Sie Geflügelfleisch unbedingt hygienisch zu und erhitzen Sie es ausreichend – bis es durchgegart ist. Geflügel kann mit Salmonellen (Darmbakterien) befallen sein. Der Verzehr einer Mahlzeit mit stark salmonellenbehaftetem Fleisch kann zu heftigen Durchfällen und Bauchschmerzen und manchmal auch zu Schüttelfrost, Fieber und Erbrechen führen. Je nach Ausmaß und Abwehrkraft des Infizierten kann die Erkrankung (Salmonellose) sogar tödlich enden. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Kranke.
Die Salmonellose ist die bedeutendste bakterielle Infektionskrankheit beim Menschen. Nach 1992 ist jedoch in Deutschland ein deutlicher Rückgang der Salmonellosen zu verzeichnen. Auch der Salmonellenbefall von Geflügelfleisch, insbesondere das Fleisch von Masthähnchen, hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Strenge gesetzliche Verordnungen (z. B. Geflügelhygiene-Verordnung und Geflügel-Salmonellen-Verordnung) und die Kontrolle ihrer Einhaltung in den Mast- und Schlachtbetrieben haben vermutlich zur Verbesserung der Situation beigetragen. Die strengere Hygiene in der Produktion erübrigt jedoch nicht den besonders hygienischen Umgang mit Geflügel im Haushalt. Geflügelfleisch ist weiterhin Spitzenreiter unter den mit Salmonellen befallenen Lebensmitteln.
Was kann der Verbraucher zu Hause zum Schutz vor Salmonellose durch Geflügelfleisch tun?
Frisches oder tiefgefrorenes Geflügel nach dem Einkauf zügig nach Hause transportieren – am besten in einer Kühltasche oder in einem Kühlbeutel.
Bis kurz vor der Verarbeitung das Geflügel gut verpackt und von anderen Lebensmitteln getrennt im Kühlschrank aufbewahren (längstens 1 Tag).
Gefrorenes Geflügel langsam im Kühlschrank auftauen. Die Auftauflüssigkeit in einer Schale auffangen. Sie darf nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen. Die Auftauflüssigkeit in den Ausguss schütten und mit heißem Wasser nachspülen.
Bei der Küchenarbeit auf peinliche Sauberkeit achten. Vor, zwischendurch und nach der Verarbeitung des Fleisches die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen. Das Geflügel von anderen Lebensmitteln fern halten.
Arbeitsgeräte und abwaschbare Arbeitsflächen nach der Verarbeitung gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Das Fleisch bei einer Kerntemperatur von mindestens 70 bis 80 °C gut durchbraten (an dicken Stellen und in Knochennähe mit einem Bratthermometer prüfen). Auf gleichmäßige Erhitzung in der Mikrowelle achten.
Informationen zu Aspekten der Lebensmittelsicherheit sowie Infos zur Kampagne und zu den Angeboten für Schüler und Lehrer finden Sie in der InternetFactory von Talking Food unter www.talkingfood.de.