Grenzübergreifende Forschungsallianzen

Bonn. Mehr als 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung werden am ersten Tag der Qualitätsmanagement-Tage, die vom 28.2. – 2.3. in der Universität Bonn stattfindet, zusammenkommen, um sich zum Thema Qualitätskommunikation auszutauschen.

Während am ersten Konferenztag die grenzüberschreitende Kommunikation im Agrar- und Ernährungsbereich im Vordergrund steht, wird es im Verlauf der beiden folgenden Tage, an denen die Jahrestagung der GQW, der Gesellschaft für Qualitätswissenschaft e.V., abgehalten wird, primär um den branchenübergreifenden Dialog und damit um den Austausch von Ideen zwischen Ingenieuren, Wirtschafts- und Agrarwissenschaftlern kommen.
Wie wichtig der Austausch von Informationen über die gesamte Wertschöpfungskette Fleisch hinweg ist, hat erst kürzlich der neueste Fall von Dioxin in Futtermitteln gezeigt. Als Reaktion darauf hatte Bundesministerin Ilse Aigner einen Aktionsplan Verbraucherschutz in der Futtermittelkette vorgestellt, mit dem erkannte Defizite aufgegriffen und beseitigt werden sollen.
Bedenkt man, dass insbesondere zwischen den Niederlanden und Deutschland ein besonders intensiver Austausch von Futtermitteln, Tieren und Schlachterzeugnissen stattfindet, wird die Schwierigkeit und Bedeutung der grenzüberschreitenden Kommunikation besonders deutlich. Dies betrifft u.a. die Harmonisierung von Untersuchungsmethoden, die Art und Häufigkeit von Kontrolluntersuchungen in Schlachthöfen oder die Bewertung genommener Proben durch die Behörden.
Die internationale Forschungs- und Entwicklungsplattform GIQS e.V. initiiert und koordiniert seit nunmehr zehn Jahren internationale Verbundprojekte (wie u.a.SafeGuard oder AIDA) auf diesem Gebiet. Aus diesem Anlass zeichnet GIQS zwei Wegbereiter im Aufbau des Forschungsnetzwerks für ihr Engagement bei der Gestaltung grenzübergreifender Kooperationen zwischen Deutschland und den Niederlanden am ersten Konferenztag mit dem Cross Border Public Private Partnership Award (CBP³) aus: Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands e.V., wird für sein „herausragendes Engagement beim Aufbau grenzübergreifender und bundesweiter Forschungsallianzen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Qualitätskommunikation in Wertschöpfungsketten der Agrar- und Ernährungswirtschaft” geehrt. Ebenfalls mit dem Preis ausgezeichnet wird Dr. Martijn Weijtens, Mitglied des Managementteams für Lebensmittelsicherheit, Abteilung Lebensmittel, Tier und Verbraucher im „Ministerie van Economische Zaken, Landbouw en Innovatie” (NL) für sein „herausragendes Engagement beim Aufbau grenzübergreifender Forschungsallianzen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung im Bereich der Tierseuchenprävention und -bekämpfung”. Darüber hinaus erhalten drei junge Forscherteams den „International, Interdisciplinary,
Integrative Junior Team Award” (I³JT). Die Bedeutung verstärkter Vernetzung ist mittlerweile anerkannt und wird auch durch den BMBF-Spitzenclusterwettbewerb unterstrichen. Die Universität Bonn und GIQS beteiligen sich mit der Cluster-Offensive „borealis”, deren Ziel es ist, sich als internationales Kompetenzzentrum in Deutschland für Sicherheitstechnologien im Bereich globale Lebensmittelketten und Warenströme zu etablieren. Mit Hilfe branchenweiter sowie maßgeschneiderter Systemlösungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft soll es gelingen, weltweit neue Anwendermärkte für Sicherheitstechnologien zu erschließen.

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