Hotelgewerbe im Aufwärtstrend


Für das laufende Jahr sagt der Branchenverband bei stabilen bis leicht anziehenden Preisen eine Erhöhung der Auslastungsquote von drei Prozent voraus, wobei der deutsche Markt aber weiter „von Überkapazitäten und Verdrängungswettbewerb geprägt“ sein werde. In der deutschen Hotellerie geht es nach mehreren Jahren mit starken Rückgängen wieder aufwärts. Für das vergangene Jahr zog der Hotelverband Deutschland (IHA) bei einem Plus um drei Prozent auf 195 Millionen Gäste-Übernachtungen eine positive Bilanz. Der Verbandsvorsitzende Fritz G. Dreesen sagte, die Branche rechne mit einem weiteren Plus der Auslastungsquote. Die Zimmerauslastung lag 2004 bei durchschnittlich 60 Prozent. Hotels, Pensionen und Gasthöfe zählten insgesamt 195 Millionen Gästeübernachtungen. Die Zahl der Übernachtungen von Ausländern nahm dabei um neun Prozent zu. Vor allem Häuser an Flughäfen und in großen Städten profitierten davon.

Sorgenkind sind laut IHA die Preise. So liege der Berliner Durchschnittspreis von 88 Euro erheblich unter den Vergleichswerten aus Rom (157 Euro), London (149 Euro) und Madrid (126 Euro). Der IHA rechnet mit 323 neuen Hotels 2004. Manager großer Hotelketten versuchen nun, die Rabattschlacht in Deutschland zu stoppen und Preiserhöhungen durchzusetzen. Der Chef des Marktführers Accor, André Witschi, sagte jüngst der FTD: "Wir arbeiten derzeit an verschiedenen Strategien, unsere Angebote und Dienstleistungen zu angemessenen, aber weiterhin attraktiven Preisen zu positionieren." Die Anpassung der Preise an das europäische Niveau sei "eine Vision, die wir begrüßen". Auch die nach Umsatz sechstgrößte Kette Steigenberger plant Preiserhöhungen: "Es ist unser erklärtes Ziel, zukünftig höhere und damit auskömmliche Raten zu erwirtschaften", sagte Vorstandssprecher Karl Anton Schattmaier. Ein gemeinsamer Vorstoß ist jedoch heikel. Denn Absprachen zwischen Wettbewerbern über Preise verstoßen gegen das Kartellverbot.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) will auch gegen die Erhöhung der Rundfunkgebühren ab 1. April vorgehen. Wie werden uns juristisch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Gebührenpolitik nach Gutsherrenart wehren, sagte Dreesen. Die Gebührenanhöhung für die Hotels sei willkürlich gegriffen und somit angreifbar. Nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten der Länder im Oktober sollen die allgemeinen Rundfunkgebühren um 5,5 Prozent auf 17,03 Euro pro Monat und Gerät steigen. Zusätzlich sollen Hotels ab 51 Zimmer in Zukunft 75 Prozent und nicht wie bisher 50 Prozent der Gebühren bezahlen. Für die hierfür betroffenen fast 4000 Häuser steigen damit die Kosten laut IHA um 58,2 Prozent.

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