Hotellerie: Ertragssituation der Betriebe stagniert


Auch im Jahr Eins nach dem Fußball-Fest hielt die weltweite Deutschlandbegeisterung an. Steigende Übernachtungszahlen, höhere Zimmerauslastungsquoten und konstante Zimmerpreise im Jahr 2007 sowie die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung lassen die Hoteliers zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr blicken. Nach dem Anstieg der Hotelübernachtungen im vorigen Jahr um 3,1 Prozent auf 214,7 Millionen, rechne der Verband 2008 mit weiterem Wachstum. Die Auslastung der Zimmer dürfte um 1,5 Prozent zulegen. Auch die starke Nachfrage nach Häusern der Budgethotellerie mit einem Durchschnittspreis unter 50 Euro hielt unvermindert an. Sie schraubten ihre Auslastung um vier Prozent nach oben.

Für 2008 prognostiziert der Hotelverband Deutschland eine Steigerung der durchschnittlichen Zimmerauslastung um 1,5 Prozent. Aufgrund der explodierenden Kostenentwicklung stagnierten allerdings die Betriebsergebnisse im Jahr 2007 trotz des touristischen Aufschwungs. Die Ertragslage sei wegen der hohen Energiekosten und der gestiegenen Mehrwertsteuer bei vielen Hoteliers sehr angespannt. In Deutschland seien die Hotels schon heute absolut und im europäischen Vergleich exorbitant belastet. Hotels mit weniger als 50 Zimmern zahlten für jeden Gästefernseher 50 Prozent der Rundfunkgebühren, größere Häuser gar 75 Prozent der Gebühren – unabhängig der Hotelauslastung. Man betonte, der Durchschnittspreis bleibe das Sorgenkind der deutschen Hotellerie. Moskauer Nächte kosteten durchschnittlich 257 Euro, das gleiche Angebot in Berlin nur 87 Euro. Günstiger könne ein Hauptstadtgast nur in Riga (83 Euro) und Budapest (84 Euro) übernachten. Der Hotelverband startet eine Kampagne gegen die Berechnung der Rundfunkgebühren für Hotels. Ein 150-Zimmer-Hotel müsse im Jahr 23.000 Euro Gebühren für Rundfunk und Fernsehen an die öffentlichen Anbieter zahlen. Der Verband fordert von der Politik eine Senkung des Gebührensatzes in Hotels von bisher 75 Prozent des vollen Tarifes auf 25 Prozent.

Der Hotelmarkt Deutschland ist im letzten Jahr heftig in Bewegung geraten. Zahlreiche neue internationale Hotelketten investieren hierzulande, immer mehr mittelständische Häuser treten Hotelkooperationen bei oder gründen neue Vermarktungsgesellschaften. Der Hotelmarkt ist weiterhin von einem intensiven Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Der jetzt vom Hotelverband Deutschland (IHA) vorgelegte Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2008“ analysiert und interpretiert die Prozesse, Strategien und Strukturdaten und ordnet die deutschen Kennziffern in einen europäischen Kontext.

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