HOTREC begrüßt die Pläne zur neuen EU-Tourismuspolitik

Die HOTREC begrüßt insbesondere die Pläne zur neuen EU-Tourismuspolitik, die Kommissions-Vizepräsident Günther Verheugen am 21. März 2006 auf der EU-Tourismuskonferenz in Wien präsentiert hatte. "Die Kommission hat die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus erkannt und ist entschlossen, neue Initiativen zu setzen. Dabei geht es insbesondere um eine bessere Abstimmung und mehr politische Koordination zwischen den Kommission-Abteilung in allen Fragen, die den Tourismus betreffen", zeigen sich die Obmänner der Fachverbände Gastronomie und Hotellerie, Helmut Hinterleitner und Klaus Ennemoser, erfreut. Ausdrücklich begrüßt wird von den 36 in der HOTREC vertretenen nationalen Verbänden (diese vertreten 1,5 Millionen Betriebe mit 8 Millionen Beschäftigten) die jüngste Initiative der europäischen Kommission für kostengünstigere und einfachere Kreditkartenzahlungen. Denn nach einem Bericht der EU-Kommission gehören Hotels und Restaurants zu den Branchen, in denen die Konsumenten die höchsten Gebühren für Kreditkartenzahlungen leisten müssen. Sollten die Organisationen ihre Gebühren nicht reduzieren, will die Kommission wegen Verletzung des EU-Wettbewerbsrechtes klagen.

Die meisten Mitgliedsorganisationen unterzeichneten eine Resolution, in der die Entwicklung international verbindlicher ISO-Standards im Hotel- und Gastgewerbe abgelehnt wird. Der Druck in dieser Richtung kommt vor allem von den Normungsinstituten. Diese wurden aufgefordert, die Standpunkte der Branche besser zu berücksichtigen. "Solange die Normungsinstitutionen ihre Arbeitsmethoden nicht in Richtung erhöhter Transparenz und Beratung mit der Tourismuswirtschaft verbessern, sollen sie keine Servicestandards entwickeln dürfen", heißt es wörtlich im HOTREC-Abschlusskommunique. Wie schon bei der vorangegangenen HOTREC-Generalversammlung in Wien (13. bis 15. Oktober 2005) waren sich die Mitglieder jedoch einig, im Interesse der Konsumenten die Transparenz zu erhöhen. In Sachen Dienstleistungsrichtlinie wird das allgemeine Ziel, grenzüberschreitende Dienstleistungen zu erleichtern, begrüßt. Bedauert wird allerdings, dass der vorliegende Text das Vorhaben enthält, europäischer Standards im Tourismus zu entwickeln.

Im Zusammenhang mit dem Bericht der EU-Kommission zur Kennzeichnungsrichtlinie betonte die Generalversammlung nochmals die den Standpunkt der HOTREC, dass Speisen in Restaurants nicht unter irgendwelche Auszeichnungspflichten (Zutaten, Nährstoffe etc) fallen dürfen. Enttäuscht zeigten sich die HOTREC-Mitglieder, dass ECOFIN dem Kommissionsvorschlag zur Steuerreduzierung für Restaurants nicht zugestimmt hatte. Wie Ennemoser und Hinterleitner betonen, sollte jeder Staat frei über seine Steuern auf Restaurants entscheiden dürfen. Die Beibehaltung hoher Steuersätze verringere das Arbeitsmarkt-Potenzial dieses Sektors.

Als neue Mitglieder wurden die Federación Espanola der Hosteleria (FEHR) aus Spanien sowie der Hotelverband von Makedonien (HOTAM) als assoziiertes Mitglied aufgenommen. Die nächste HOTREC-Sitzung, bei der Qualitätsentwürfe, Hotelklassifizierung und andere Fragen zur Sprache kommen werden, findet am 30. Mai 2006 in Brüssel statt.

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