Die „Initiative Tierwohl“ teilt die geäußerten Ansichten des Deutschen Tierschutzbundes (DtschB) zur Fortentwicklung der Initiative nicht. Diese steht für einen offenen Dialog mit Verbrauchern, Wirtschaft, Politik und Interessengruppen. Der DTschB bringt sich über den Beraterausschuss der Initiative seit längerer Zeit in diesen Dialog ein. Die Initiative ist so konzipiert, dass sie mehr Tierwohl in möglichst vielen landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen möchte. Dafür wurden Kriterien erarbeitet, die über dem gesetzlichen Standard liegen. Die Initiative will pragmatisch und realistisch das tun, was wirklich machbar ist. Hier hat die Wirtschaft mit der Initiative in den ersten eineinhalb Jahren einen großen Schritt gemacht: Mit über 13 Mio. Schweine und 255 Mio. Hähnchen und Puten erreicht die Initiative deutlich mehr Tiere, als dies mit anderen Ansätzen der Fall war.
Nach dem ersten erfolgreichen Schritt verständigten sich die Bündnispartner auf den Entwurf der Eckpunkte für die Ausgestaltung der Initiative Tierwohl Schwein ab 2018. Dieser sieht etwa vor, dass die Grundanforderungen für alle teilnehmenden Betriebe verbindlich weiter angehoben werden. Anhand von Auswertungen der Schlachtbefunddaten will die Initiative zusätzlich Rückschlüsse auf die Gesundheit der Tiere ziehen. Zudem sieht der Entwurf vor, dass der LEH sein finanzielles Engagement auf rund 100 Mio. Euro pro Jahr allein für schweinehaltenden Betriebe ausweitet und so noch mehr Tieren eine Teilnahme an der Initiative ermöglicht. Dies sind aus Sicht der Initiative Tierwohl entscheidende Weiterentwicklungen. Parallel dazu arbeiten die Bündnispartner auch an der künftigen Ausgestaltung für Geflügel.
Der Entwurf für Schwein sieht auch eine Schnittstelle zu Label-Programmen vor, die über die Anforderungen der Initiative hinausgehen. Dies könnte auch eine Schnittstelle zum Label des DTschB sein. Die Initiative Tierwohl lädt diesen dazu ein, den gemeinsamen Dialog fortzuführen und auch mit der Entwicklung von Schnittstellen zu weiterführenden Programmen an einer breitenwirksameren Lösung für mehr Tierwohl mitzuwirken. Dazu sollte der Austausch auf konstruktivem Wege und ohne öffentliche Beschuldigungen oder unzutreffende Vorwürfe erfolgen.
Foto: Archiv B&L MedienGesellschaft