Knackwurst vom Strauß?

Seit Beginn des neuen Jahres hat der Knieperkohl wieder Hochsaison. Noch bis Ostern kann man das Sauergemüse, das als Prignitzer „Nationalgericht“ gilt, genießen. Auch auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin wirbt die Region im Nordwesten Brandenburgs mit der deftigen Spezialität.

„Der Knieperkohl ist eine Spezialität aus der Prignitz, die gibt es sonst nirgendwo. Er gehört zu den Sauergemüsen und ist eine Art Mischkohl, denn er besteht aus Weißkohl, Grünkohl und Markstammkohl“, erklärt Florian Völchner, Koch im Landgasthof „Dörpkrog an Diek“ in Abbendorf. Er ist der Einladung des Tourismusverbandes Prignitz gefolgt, die zehn Köche aus der Region gebeten hat, auf der Grünen Woche in Berlin mit kulinarischen Highlights zu werben.

Den einzigartigen Geschmack erhält der Knieperkohl jedoch nicht von heute auf morgen. Er muss, ähnlich wie Sauerkraut, unter anderem mit Weinreben und Essig eingesäuert werden. Danach sollte das Ganze sechs bis acht Wochen kühl lagern und kann dann nach der traditionellen Art zubereitet werden, verrät Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes: „Nachdem der eingesäuerte Knieperkohl die entsprechende Zeit gelagert hat, wird er beispielsweise mit Schweinebauch gekocht. Danach kann alles ruhig zwei bis der Mal aufkochen; erst dann erhält der Kohl den einzigartigen Geschmack. Serviert wird er bei uns dann traditionell mit Knackwurst. Zum originalen Knieperkohl gehören eigentlich auch noch Pellkartoffeln.“

„Entstanden“ ist der Knieperkohl nach dem dreißigjährigen Krieg und hat sich zum traditionellen Gericht in der Brandenburger Prignitz entwickelt. Trotzdem hat man im letzten Jahr einige Versuche unternommen, das Traditionsgericht zu modernisieren und den Kohl mit Fisch oder vegetarisch zu servieren. „Das hat jedoch nicht funktioniert. Wer zu uns in die Prignitz kommt, will den Knieperkohl ganz traditionell essen“, so Völchner.

Auch Knut Diete, Koch des „Kranhauses“ in Wittenberge, hat sich bei seinem Grüne-Woche-Menü für den Kohl entschieden: „Ich habe bei meinem Menü zwar auch mit Knieperkohl und Fleisch gekocht, allerdings nicht in der traditionellen Form. Die Knackwurst war vom Strauß und der Knieperkohl zu einer Rahmsuppe verarbeitet. Diese ‚Version‘ des Kohls kam bei den Besuchern aber sehr gut an“, so Diete abschließend.

Im Tourismusverband Prignitz e.V. schließen sich alle am Fremdenverkehr Beteiligten zusammen, um so eine Plattform zum Netzwerken, aber auch eine erste Anlaufstelle für Urlaubsinteressierte zu schaffen. www.dieprignitz.de

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