Neue Funktion für Dohrmann

Der neue DFV-Präsident Herbert Dohrmann ist nun auch Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelhandwerke und folgte damit seinem Vorgänger, DFV-Ehren-Präsident Heinz-Werner Süss. Darin sind die Bundesverbände der Bäcker, Konditoren, Fleischer, Müller, Brauer und Speiseeishersteller zusammengeschlossen. In einer Gesprächsrunde der Arbeitsgemeinschaft mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sprach Herbert Dohrmann u.a. auch das Thema Tierschutz an. Hintergrund ist der Plan des Ministers zur Einführung eines staatlichen Tierschutzlabels. Das staatliche Siegel soll freiwillig sein und voraussichtlich zwei Stufen haben. Der Minister will nach eigenen Aussagen damit Ordnung in die vielfältigen Aktivitäten rund um Tierschutz und Tierwohl bringen und vor allem auch kleineren Marktbeteiligten wie Handwerksbetrieben die Möglichkeit der Einbeziehung geben. Herbert Dohrmann zeigte sich in dem Gespräch kritisch, ob man mit Siegeln eine ausreichende Verbraucheraufklärung erreichen könne. Bei der Entwicklung eines staatlichen Tierschutzlabels sagte der DFV-Präsident dem Minister aber konstruktive Mitarbeit zu. Es werde darauf ankommen, die Kriterien so zu gestalten, dass das Siegel auf breite Akzeptanz sowohl bei Landwirten als auch bei Verbrauchern stößt.

 

Ein weiteres wichtiges Thema in diesem Gespräch war das bevorstehende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration. Der DFV-Präsident formulierte die Sorge, dass angesichts fehlender Lösungen eine große Unsicherheit in der Landwirtschaft und Teilen der Fleischwirtschaft herrsche. Die große Gefahr liegt seiner Meinung nach im Wegbrechen kleiner Strukturen und einer immer stärkeren Konzentration, die das Handwerk stark benachteilige. Im Bundesministerium wird das Fehlen einer guten Lösung ebenso gesehen. Sowohl Ebermast, als auch die Kastration unter Betäubung und vor allem die Immunokastration werden dort kritisch gesehen. Herbert Dohrmann mahnte erneut Lösungen an, die nicht nur Fortschritte in Sachen Tierschutz brächten, sondern auch Belangen des Verbraucherschutzes gerecht würden.

 

Foto: Deutscher Fleischer-Verband

 

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