Niederländer geben mehr Geld für Fleisch aus

Zoetermeer/NL. Die holländischen Haushalte haben im vergangenen Jahr ungeachtet der wirtschaftlichen Situation einen Rekordbetrag für Fleisch und Fleischprodukte ausgegeben. Nach Erhebungen der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE), kauften die Verbraucher 2012 Waren im Wert von mehr als 2,4 Milliarden Euro. Das sind 40 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Diese Entwicklung ist nicht nur auf höhere Verkaufspreise zurückzuführen. Vielmehr wurde weniger Fleisch im Rahmen von Sonderangebots-Aktionen verkauft. Außerdem stieg die Nachfrage nach teureren Produkten aus nachhaltiger Erzeugung. Mit 225 Millionen Euro erreichten auch die Haushaltsausgaben für Geflügelfleisch im vergangenen Jahr einen Spitzenwert.

Die Produktionskurve zeigte ebenfalls nach oben. Laut PPE wurden 2012 in den Niederlanden knapp 900.000 Tonnen Geflügelfleisch erzeugt. Im Jahr zuvor waren es 850.000 Tonnen. Die Hähnchenfleischproduktion stieg von 809.000 Tonnen auf 844.000 Tonnen. Im Auslandsgeschäft sind die Niederlande nach wie vor sehr stark aufgestellt. Ein Großteil der im Land erzeugten Ware wird exportiert. Deutschland ist dabei mit Abstand der bedeutendste Abnehmer von holländischem Geflügelfleisch.

Der niederländische Lebensmitteleinzelhandel hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Ab dem Jahr 2020, so ein Beschluss des Branchenverbands, soll an den Theken der Einzelhändler nur noch Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung erhältlich sein. Der niederländische Geflügelsektor unterstützt dieses Vorhaben und hat hierzu eigens das Projekt „Das Hähnchen von morgen" aus der Taufe gehoben. In intensiven Gesprächen diskutieren Branchenvertreter derzeit mit den Entscheidungsträgern des Handels, welche Anforderungen nachhaltig erzeugtes Geflügelfleisch in Zukunft konkret erfüllen muss. In einem wichtigen Punkt sind sich alle Beteiligten einig: Die zu setzenden Nachhaltigkeitsstandards müssen weit über die Aspekte Tierwohlsein und Tiergesundheit hinausgehen. Eine besondere Herausforderung ist es in diesem Zusammenhang, die verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien miteinander in Einklang zu bringen, um am Ende optimale Standards zu etablieren. Im Februar sollen die Ergebnisse der derzeit laufenden Beratungen veröffentlicht werden.
www.gefluegel-info.de


teo/Redaktion Fleischerei Technik

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