
Es erstaunt aus heutiger Sicht, wie wenig die Bereiche Urproduktion, also Gartenbau und Landwirtschaft, und Lebensmittelverarbeitung den Kontakt über das reine Warengeschäft gesucht haben. Es wirkt geradezu fahrlässig wie auf sinnvolle Schnittstellen verzichtet wurde und so weder qualitative noch technologische Gesichtspunkte aber auch die Frage der Nachhaltigkeit gemeinsam gelöst wurden. Nur mit klar definierten und auch zu verwirklichenden Anforderungsprofilen an die jeweiligen Vorlieferanten können optimale Lebensmittel erzeugt und bearbeitet werden. Wie diese Kommunikationsschwäche, die schon lokal schwer zu verbessern sei, im Zuge der Globalisierung gelöst werden könne, hält Herbert Buckenhüskes für offen.
Neue Ingredienzien
Nachdem lange Zeit die Entwicklung neuer Lebensmittelzusatzstoffe und funktionaler Zutaten eher im Schneckentempo verlief, boomt heute dieser Markt. Dabei helfen individuell angepasste Compounds für zielgerichtete Problemlösungen bei der Verarbeitung pflanzlicher oder tierischer Rohstoffe.
Gleichzeitig werden Möglichkeiten gesucht klassischen Lebensmittel mit smarten Zutaten zu funktionalen Lebensmittel aufzuwerten, die neben dem klassischen Nährwert nachweisbare positive Effekte auf den Körper ausüben.
Noch ein Schritt weiter als mit diesen weiterentwickelten, klassischen Lebensmittel und Zutaten geht das Schaffen vollkommen neuer Lebensmittel. Als Beispiel nannte Buckenhüskes den in Europa noch nicht zugelassenen kalorienfreien Fettersatzstoff Olestra®. Allerdings geht Herbert Buckenhüskes davon aus, dass, gebremst durch die europäische Novel Food Verordnung, nur sehr wenige dieser neuartigen Produkte auf den Markt kommen werden.
Convenience lohnt
Nicht nur das überraschende Ergebnis der Estrel-Küche zeigt, dass die Beschäftigung mit Convenience-Produkten zukunftsträchtig ist. Gerade die Verlagerung vom Verzehr im Haushalt hin zum Außer-Haus-Verzehr in Verbindung mit der wachsenden Systematisierung der Essensanbieter bedeutet auch eine einschneidende Marktverschiebung.