Regionale Schlachtstätten bewahren

Bei einem konstruktiven Austausch mit Experten sicherte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ihre Unterstützung bezüglich der Erhaltung und Bewahrung regionaler Schlachtstätten zu. Sie hob die Bedeutung dieser hervor. Mit rund 1.600 zugelassenen Schlachtstätten verfügt Bayern weiterhin über ein breites Netzwerk. Es sichert kurze Transportwege für die Tiere, regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze. „Unsere heimischen Schlachtstätten sind ein echter Schatz. Sie ermöglichen nicht nur hohe Standards beim Tierwohl, sondern stärken auch unsere ländlichen Räume und deren Wirtschaftskraft“, sagt Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber anlässlich eines Austausches mit Branchenvertretern.

Geschlossene Wertschöpfungskette

Foto: Marco Theimer

Die regionalen Strukturen in Bayern ermöglichen kurze Tiertransporte – ein wesentlicher Aspekt für mehr Tierwohl, zu dem auch die selbstschlachtenden Metzger Bayerns einen wesentlichen Beitrag leisten. „Viele Schlachtstätten vor Ort bedeuten, dass unsere Tiere nicht quer durch die Republik gefahren werden müssen. Das ist gut für die Tiere und stärkt das Vertrauen der Verbraucher“, so die Ministerin. Und weiter: „Eine geschlossene Wertschöpfungskette und zukunftsfähige Schlachthofstruktur wie wir sie in Bayern vorfinden sind wichtig, um weiterhin regionale und hochwertige Lebensmittel zu haben“, sagte sie.
Dazu Lars Bubnick, Geschäftsführer Landesinnungsverband Fleischerhandwerk Bayern: „Bayern hat mit 40 % einerseits den mit Abstand höchsten Anteil an selbstschlachtenden Handwerksmetzgereien in Deutschland. Weiterhin haben wir hier bestehende und vor allem funktionierende Wertschöpfungsketten – vom Landwirt über den Schlachtbetrieb bis zur Gastronomie oder den Handel. Wir sind Staatsministerin Michaela Kaniber sehr dankbar, dass wir das gemeinsame Ziel verfolgen, diese bestehenden Strukturen und damit die Vorreiterrolle Bayerns bestmöglich zu erhalten. Dafür werden auch wir als Handwerksbranche weiter in die Zukunftsfähigkeit der uns angeschlossenen Betriebe investieren. Bayerns Handwerksmetzger sind dazu bereit, damit kein Verbraucher künftig auf handwerkliche Qualitätsprodukte verzichten muss. Dieser Aufgabe nehmen wir uns als Branche in enger Zusammenarbeit mit unserer Staatsregierung an.“

Herausforderungen und Förderprogramme

Foto: Marco Theimer

Sie informierte auch über die zentralen Ergebnisse einer internen Analyse der Schlachtstruktur in Bayern. Der Freistaat habe die Situation gut im Blick, sie machte aber auch deutlich: „Wir wissen um die Herausforderungen, aber auch um die Chancen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen und müssen die bayerischen Strukturen in einem schwierigen Marktumfeld nicht nur erhalten, sondern auch weiter voranbringen“. Besonders der Rückgang des Schweinefleischkonsums, steigende Kosten, abnehmende Tierbestände und Personalengpässe fordern die Branche heraus und haben in den vergangenen Monaten die Konkurrenzsituation auch in Bayern verstärkt. Die Analyseergebnisse bilden eine gute Grundlage, um die Schlachtstruktur in Bayern gemeinsam mit den Branchenvertretern kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie dienen als Basis für künftige Unterstützungsangebote.
Einige Stimmen fordern eine gezielte Bereinigung der Strukturen im Schlachtbereich. Dazu stellte Michaela Kaniber klar: „Es ist nicht Aufgabe des Staates, den Markt zu steuern. Aber wir begleiten, unterstützen und fördern, wo es nötig ist.“ Der Freistaat setzt auf gezielte Förderprogramme wie die Marktstrukturförderung oder das VuVregio-Förderprogramm. Beide Ansätze stärken die bayerische Fleisch- und Schlachtwirtschaft und bieten Hilfen bei Investitionen, der Weiterverarbeitung sowie der Vermarktung.

Wichtiger Schlüssel

“94 % der Bayern essen Fleisch und Wurst. Unsere Bauernfamilien können und wollen die Verbraucher mit regionalen Fleisch- und Wurstprodukten versorgen. Ein wichtiger Schlüssel dafür ist die vielfältige Schlachthofstruktur Bayerns. Diese gilt es im Sinne einer Standortpolitik für die Tierhaltung weiter zielgerichtet zu unterstützen“, sagt Siegfried Jäger, BBV-Tierhaltungspräsident.
Eine positive Rolle bei der Festigung der regionalen Schlachtstrukturen spielt das Programm „Geprüfte Qualität – Bayern“. „Qualität, Regionalität und Tierwohl durch kurze Wege gehören bei uns untrennbar zusammen“, betonte die Ministerin. Sie sieht darin nicht nur einen Vorteil für die Verbraucher, sondern auch für die Landwirte und Betriebe, die durch innovative Vermarktungskonzepte neue Chancen erhalten. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, unsere bayerischen Schlachtstrukturen mit allen Beteiligten weitestgehend zu bewahren und zukunftsfest zu machen – für die Menschen, die Tiere und unsere Regionen“, resümierte Michaela Kaniber.

Im Bild (v.l.n.r.) Lars Bubnick (Geschäftsführer Landesinnungsverband Fleischerhandwerk Bayern), Staatsministerin Michaela Kaniber, Siegfried Jäger (BBV-Tierhaltungspräsident) und Stefan Sutor (Geschäftsführer Schlachthof Aschaffenburg)

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