Ein Jahr nach Einführung des neuen Tierschutzlabels haben das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Deutsche Tierschutzbund in Berlin eine erste positive Bilanz gezogen. “Die Einführung des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes und dessen Etablierung am Markt sind wichtige Schritte für mehr Transparenz und Wahlfreiheit. Und ein bedeutender Schritt für mehr Tierschutz im Stall”, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich am Mittwoch in Berlin. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, betonte: “Mit dem Tierschutzlabel hat die politische Debatte über eine Veränderung der bisherigen Intensivhaltung an Intensität zugenommen. Wir gehen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, um jetzt und sofort erste Verbesserungen für die Tiere durchzusetzen.”
Bisher gibt es das zweistufige Label für Erzeugnisse von Schwein und Huhn. Der Deutsche Tierschutzbund arbeitet daran, die Kriterien auf alle Nutztierarten und die gesamte Produktionskette auszudehnen. “Auch wenn sich das Tierschutzlabel im ersten Jahr noch nicht in der breiten Masse hat durchsetzen können, gibt es regional bereits gute Sortimentsangebote. Die Zahl der beteiligten Geflügelmäster ist schnell gestiegen. Im Schweinebereich sind vor allem die Haltungssysteme nur mit größerem Aufwand zu verändern. Dennoch haben wir immerhin bereits erste Premiumbetriebe bei Schweinehaltungen gewinnen können, das macht Mut”, sagte Schröder.
Dass Verbraucher beim Einkauf großen Wert legen auf Wahlfreiheit und eine klare Kennzeichnung von tierischen Erzeugnissen zeigt eine aktuelle TNS Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Demnach ist der Tierschutz ein bedeutendes Kriterium für die Kaufentscheidung: Knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) gibt an, beim Einkauf auf Tierschutzstandards zu achten. Zudem rangiert der Tierschutz auf Platz 2 der für die Verbraucher entscheidenden Verpackungsangaben: Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) legen Wert auf Tierschutzangaben auf der Verpackung.
Im Rahmen der Erhebung wurden Ende vergangenen Jahres (29.11.2013 bis 02.12.2013) 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.