Das Jahr 2025 verlief laut VDMA für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen trotz schwieriger Rahmenbedingungen positiv. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verzeichneten die Unternehmen 2025 ein Wachstum von 4,9 % am Standort Deutschland und erreichten damit einen neuen Rekordwert in der Produktion von fast 17 Mrd. Euro. Das Wachstum im drittstärksten Maschinenbau-Fachzweig beruht vornehmlich auf dem hohen Auftragsbestand, mit dem die Branchenunternehmen ins Jahr 2025 gestartet waren.
„Unsere Branche weist in den letzten Jahren eine anhaltend positive Entwicklung auf, Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen sind weltweit hochgefragt. Insbesondere die Hersteller von Verpackungsmaschinen können auf ein starkes Jahr 2025 zurückblicken und einen Zuwachs von 8 Prozent auf 9 Mrd. Euro erzielen“, sagte Christian Traumann (oben re.), Vorsitzender des Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, auf der VDMA-Pressekonferenz anlässlich der interpack 2026 in Düsseldorf.
Grundsätzlich positive Wachstumsperspektiven
Der Auftragseingang hingegen schloss 2025 knapp unter dem Niveau des Vorjahres ab. Im 1. Quartal 2026 entsprach der Auftragseingang Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen bislang nicht den Erwartungen. „Geopolitische Krisen, Konjunkturschwächen in vielen wichtigen Absatzmärkten, die US-Zollpolitik, der anhaltende Ukrainekrieg sowie die jüngsten Entwicklungen im Iran sorgen für Unsicherheit und verzögern Investitionsentscheidungen“, erklärte Traumann. Er verweist aber auf die grundsätzlich positiven Wachstumsperspektiven der Branche angesichts der weltweit starken Entwicklungen der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrien.

Deutsche Exporte wieder im Plus
2025 stiegen die Auslandslieferungen der gesamten Branche Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um 2 Prozent auf rund 11 Mrd. Euro, davon entfielen fast 70 % der Exporte auf Verpackungsmaschinen einschließlich Getränkeabfüllmaschinen. Europa ist nach wie vor der größte Regionalmarkt für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die Exporte in die EU-27-Länder stiegen um 4,2 %, während sie in die Region Sonstiges Europa um 3,3 % zurückgingen. Insgesamt gingen 48 % der deutschen Lieferungen in europäische Länder, davon entfielen 35 % auf die EU-27.
Nach Europa ist Nordamerika die wichtigste Absatzregion für die deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen – mit den USA als wichtigster Markt. 2025 wurden Maschinen im Wert von fast 1,8 Mrd. Euro in die USA exportiert, was einem Anteil von 16 % an den Gesamtexporten entspricht. Trotz der dortigen Zollpolitik sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahr nur um 1 $ gesunken. Für die USA ist Deutschland das wichtigste Lieferland von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, vor Italien, Kanada und China.
Asien ist mit einem Anteil von 14 % weiterhin eine der wichtigsten Absatzregionen. Hier ist China als ehemals zweitwichtigster Markt für die Branche auf Platz 5 gerutscht. Seit 2022 sinken die Exporte in die Volksrepublik China kontinuierlich und fielen auch 2025 um 8 % auf 409 Mio. Euro. „China ist und bleibt ein wichtiger Markt. Allerdings sind die Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft deutlich schwächer geworden. Die „Made in China“-Politik der chinesischen Regierung sorgt für eine Präferenz lokal gefertigter Maschinen und Anlagen, was den Lokalisierungsdruck für europäische Hersteller erhöht,“ kommentierte Christian Traumann.

Die Nachfrage aus dem Ausland blieb 2025 insgesamt hoch mit starken Impulsen und zweistelligen Wachstumszahlen aus einzelnen Märkten, darunter Mexiko, Ägypten, Algerien, Südafrika, Japan und Brasilien. Mit einem Exportumsatz von durchschnittlich 80 % sind die Maschinenhersteller international sehr breit aufgestellt. Dies sorgt dafür, dass regionale Nachfrageunterschiede häufig ausgeglichen werden können. In der jüngsten VDMA-Konjunkturumfrage vom April 2026 wurden die regionalen Geschäftsaussichten in den Absatzregionen Afrika, Süd- und Mittelamerika, sowie Asien für die nächsten sechs Monate positiv bewertet.
Weltweites Außenhandelsvolumen
Nicht nur die deutschen Exporte stiegen, auch das weltweite Außenhandelsvolumen von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen wächst seit Jahren kontinuierlich und erreichte laut verfügbaren Daten aus 2024 einen vorläufigen Höchststand von fast 55 Mrd. Euro. Zwei Drittel aller Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, die weltweit exportiert werden, stammen aus den Ländern der EU-27 (Stand: 2024). „Der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau ist damit aufgrund seiner hohen Spezialisierung, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft die erfolgreichste Exportbranche des europäischen Maschinenbaus“, konstatierte Christian Traumann. Deutschland und Italien liegen mit jeweils rund 20 % Anteil am weltweiten Maschinenaußenhandel gemeinsam an der Spitze. Nach den verfügbaren Daten für den EU-Export für 2025 stiegen die europäischen Exporte um 4 %.

Perspektiven und Herausforderungen
Die globale Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie ist einer der dynamischsten Wachstumssektoren. Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen profitieren vom Anstieg des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln und die Maschinen leisten einen entscheidenden Beitrag für die sichere Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln, Getränken, und pharmazeutischen Produkten. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International prognostiziert eine Steigerung des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln von 872 Mio. Tonnen 2024 auf 968 Milo. 2029. Fast ein Drittel des Gesamtverbrauchs von 2024 geht auf die Region Asien. Zudem wird erwartet, dass in den Regionen Asien und Naher Osten/ Afrika die Nachfrage überdurchschnittlich stark wächst.
Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen sind innerhalb des Gesamtmaschinebaus weiterhin positiver gestimmt hinsichtlich ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, der Umsatzerwartung und Kapazitätsauslastung. Dennoch ist auch hier Verunsicherung zu erkennen. Insbesondere in Bezug auf die US-Zölle und den Iran-Krieg sowie deutlicher Unmut über überbordende Bürokratie, herausfordernde Standortbedingungen und auf sich warten lassende Reformen in Deutschland. In vielen Auslandsmärkten sehen sich die Unternehmen zunehmendem Wettbewerbsdruck aus China ausgesetzt. Der technologische Vorsprung und die damit einhergehende Wettbewerbsfähigkeit von deutschen und europäischen Herstellern kann nur erhalten werden, wenn die strukturellen Standortnachteile in Deutschland und Europa – insbesondere Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten – reduziert werden. Die Unternehmen erwarten hier entsprechende Reformen von der Politik. „Wir haben in Deutschland und Europa einen sehr innovativen Maschinenbau, dessen weiterer Erfolg von besseren Rahmenbedingungen und offenen Märkten abhängt. Wir fordern, dass endlich die angekündigten Reformen kommen und unsere Innovationsfähigkeit nicht durch überbordende Regulierung ausgebremst wird. Das Engagement für weitere Freihandelsabkommen begrüßen wir sehr“, resümierte Christian Traumann.

Im Profil: Der VDMA vertritt 3.500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Mio. Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Mio. allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Mrd. Euro. Rund 80 % der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.