Weniger Schwein…

Laut Presseinfo des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) kamen im vergangenen Jahr pro Bundesbürger 60 kg Fleisch auf den Tisch, davon rund die Hälfte als Wurst oder Schinken, die andere Hälfte als Kotelett, Steak, Braten oder Hackfleisch. Im Vergleich zu 2015 ist die verzehrte Fleischmenge um 1 kg gesunken, auch im Langfristvergleich sind leicht rückläufige Tendenzen erkennbar.

 

Die deutlichste Veränderung war beim Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch festzustellen, dessen Konsum um 1,7 kg deutlich zurückgegangen ist. Der Verzehr von Rind-und Kalbfleisch nahm um 200 g auf 9,7 kg erneut leicht zu. Auch Geflügelfleisch gewann in der Verbrauchergunst dazu, sein Verzehr stieg um 500 g auf 12,5 kg.

 

Seit mehr als einem Jahrzehnt hat Geflügel beim Durchschnittsverzehr Rind und Kalb den Rang abgelaufen. Die Hauptgründe dafür sind das Preisgefälle zwischen beiden Fleischarten, die stetig gestiegene Angebotsvielfalt von Geflügelfleischartikeln und nicht zuletzt die verbreitete Annahme, dass Geflügelfleisch magerer und gesünder sei.

 

Fleischverzehr langfristig leicht gesunken

Im langfristigen Vergleich entspricht die 2016 pro Kopf verzehrte Fleischmenge dem Umfang in der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends. Seit 2007 ist der Pro-Kopf-Verzehr mit zwischenzeitlichen Schwankungen langsam aber stetig zurückgegangen. Der höchste Verzehrwert des vergangenen Jahrzehnts wurde 2011 mit 62,8 kg ermittelt. Auf lange Sicht ist aber seit Mitte der 90er Jahre ein langsamer, aber kontinuierlicher Rückgang zu beobachten.

 

Der Rückgang des Pro-Kopf-Verzehrs an Fleisch in den vergangenen beiden Jahrzehnten geht auf mehrere Faktoren zurück. Hauptursachen sind langfristig veränderte Verzehrgewohnheiten und die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur. Hinzu kommen Verzehrstrends, die zwischenzeitliche Marktströmungen verursachen.

 

Verbrauch ist nicht Verzehr

Der in den Versorgungsbilanzen ausgewiesene Fleischverbrauch ist eine rein statistische Größe, welche die für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehende Fleischmenge, ausgedrückt im Schlachtgewicht, beschreibt. Tatsächlich zum menschlichen Verzehr gelangen nur etwa zwei Drittel dieser Menge, da vom Schlachttierkörper wesentliche Teile wie Knochen, Sehnen oder Schwarten entweder nicht verzehrgeeignet sind oder als Fette und sonstige Rohstoffe zur Weiterverarbeitung in die chemische Industrie gehen. Darüber hinaus werden erhebliche Teile der auch zum menschlichen Verzehr geeigneten Mengen an Fleisch und Innereien direkt an Tiere verfüttert oder dienen als Rohstoffe für die industrielle Tierfertignahrungsproduktion. Die effektiv von der Bevölkerung in Deutschland verzehrte Fleischmenge betrug 2016 4,928 Mio. t. www.fleischerhandwerk.de

 

 

Foto: Colourbox.de

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