Wie produzieren Sie morgen?

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV und die Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung (IVLV e.V.) luden auch in diesem Jahr interessierte Vertreter aus Wirtschaft, Handel und Forschung an das Fraunhofer IVV Dresden ein. Am 25. Juni 2014 standen die Dresdner Tage unter dem Leitthema „Vierte industrielle Revolution – Ausblick und Erwartungen für die Lebensmittelproduktion“.

Gemeinsam mit den Vortragenden diskutierten ca. 60 Teilnehmer teils kontrovers die Wertschöpfungspotenziale der unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ zusammengefassten Entwicklungsansätze im Bereich der Lebensmittelproduktion und der Verpackungsbranche.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde auf die wachsende Bedeutung des Prozessverständnisses und der Notwendigkeit zur Inline-Analytik verwiesen. Die Umsetzung der momentanen Entwicklungsideen von einem Produktionsumfeld, das aus intelligenten, sich selbst steuernden Objekten besteht, die sich zielgerichtet temporär vernetzen, ist an die Integration von zusätzlicher Sensortechnik und an die Verfügbarkeit von durchgängig konsistenten Prozessmodellen gebunden. Dabei ist davon auszugehen, dass die vorhandenen Basistechnologien in der Sensortechnik für die Bereiche der Lebensmittelproduktion spezifisch weiterentwickelt und neuartige Sensoren geschaffen werden müssen. Die Generierung von Modellen, welche den Prozess inklusive des prozessrelevanten Materialverhaltens beschreiben, stellt ebenfalls eine nach wie vor anspruchsvolle Aufgabe dar. Die Übertragbarkeit von Industrie 4.0-Entwicklungen aus dem Umfeld der Produktionstechnik wird vor allem in Bereichen der Vernetzung und der Autonomie von intelligenten und Cyber Physikalischen Systemen (CPS) gesehen.

Eine zentrale Herausforderung für die erfolgreiche Einführung von CPS und den Aufbau von Smart Factories sind neue oder erweiterte Geschäftsmodelle, welche die mit Industrie 4.0 assoziierten Funktionen nutzen, um einen Mehrwert für den Kunden zu erzeugen. Eine lebhafte Diskussion entfachte sich über die Marktrelevanz von möglichen neuen Geschäftsmodellen für die Verpackungsindustrie und über die Kundenakzeptanz gegenüber „intelligenter“ und autonom vernetzter Maschinentechnik. Die derzeit verfügbaren Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen werden teilweise schon mit Industrie 4.0-relevanten Technologien und Funktionalitäten angeboten, aber noch viel zu selten abgefragt. Als mögliche Gründe dafür wurde neben strukturellen Gegebenheiten in den Betrieben und dem global stark unterschiedlichen Know-how der Mitarbeiter vor allem die Schnittstellenproblematik bei der Maschinenintegration genannt.

Um die Potenziale von Industrie 4.0 in der Lebensmittelproduktion und Verpackungsbranche zu erschließen, ist die Umsetzung und Weiterentwicklung von entsprechenden Standards notwendig. Das wurde exemplarisch an Hand von Beispielkonzepten für die automatisierte Fleischzerlegung und -verarbeitung deutlich. In der Analyse von deren wirtschaftlichen und technologischen Potenzialen wurde aber auch klar, dass den notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Maschinentechnik und Mitarbeiterausbildung ein hohes Effizienz- und Wertschöpfungspotenzial gegenübersteht.

Das Fraunhofer IVV Dresden treibt gemeinsam mit der TU Dresden an vielen Stellen selbst Entwicklungen zu den benötigten Basistechnologien und Beispielapplikationen voran, wie in der Robotik, der Verpackungsherstellung oder der Reinigungstechnik. Die Diskussion zwischen Wissenschaft und Industrie wird mit Veröffentlichungen und Beiträgen auf Branchentagungen offensiv vorangebracht.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die nächste Fachtagung Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik VVD 2015. Die Vorbereitungen für den 12. und 13. März 2015 laufen bereits.

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