Wild liegt im Trend und als Wurst im Naturdarm wird es zur sichtbaren Premium-Spezialität. Damit eröffnet sich für das Fleischerhandwerk eine attraktive Möglichkeit zur Profilierung und Wertschöpfung. Wildwurst im Naturdarm steht für Regionalität, Natürlichkeit und Authentizität. Sie ergänzt bestehende Sortimente um ein Angebot mit klarer Herkunft. Kurze Wege, bekannte Reviere und persönliche Beziehungen zur Jägerschaft schaffen Transparenz und Vertrauen. Die natürliche Hülle aus Naturdarm unterstreicht den ursprünglichen Charakter des Produkts und macht handwerkliche Qualität sichtbar. So entsteht ein Sortiment mit eigener Handschrift und glaubwürdiger Geschichte.
Wildbret: Rohstoff mit Zukunft

Die vermarktete Wildbretmenge in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, vor allem Wildschwein und Reh landen zunehmend auf dem Teller. Repräsentative Umfragen zeigen, dass rund jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Jahr Wild isst. Zugleich verbinden Verbraucher Wildfleisch stark mit Natürlichkeit, Regionalität und Gesundheit. Wildbret stammt aus freier Wildbahn, ohne Stallhaltung und Kraftfutter, und wird im Rahmen der Jagd zur Bestandsregulierung gewonnen. Das sind starke Argumente in Zeiten von Klimadiskussion und Flächendruck. Für das Fleischerhandwerk eröffnen sich dadurch vielfältige Optionen der Vermarktung: vom klassischen Braten über Burger und Convenience-Produkte bis hin zu Wurstwaren. Gerade die Wurst spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie handwerkliche Kompetenz sichtbar macht, eine ganzjährige Nutzung des Rohstoffs ermöglicht und sich sehr gut für regionale, natürliche und authentische Produktkonzepte eignet.
Superfood aus den Wäldern

Fleischermeister, die selbst jagen oder eng mit Revierinhabern zusammenarbeiten, setzen bewusst auf kurze Wege und volle Eigenverantwortung. Ihr Qualitätsversprechen ist klar: Wild wird fachgerecht zerlegt, vollständig verwertet und handwerklich veredelt. Wildsommelière und Jägerin Ruth Staudenmayer berichtet vom steigenden Interesse an Wildbret, insbesondere an Reh-, Dam- und Schwarzwild, und hebt dessen hochwertige, regionale und nachhaltige Qualität hervor.
Auch Fleischermeister Michael Keller beschäftigt sich als Wildsommelier und Jäger seit Jahren mit Wildbret und seiner Vermarktung: „Wir reden dabei von Superfood aus heimischen Revieren, aus den Wäldern hier bei uns in Deutschland. Ein echtes Naturprodukt, mit dem wir wunderbar arbeiten können.” Als Grundrezept für eine frische Wildbratwurst empfiehlt der Autor des Erfolgsbuches „So einfach geht Wild” 80 % mageres und entsehntes Wildfleisch, 20 % Wildschweinspeck oder fetten Bauch vom Rasseschwein sowie 13 g Kochsalz und 1 g frisch gemahlenen Pfeffer pro Kilo.
Bei den Aromaten ist die Auswahl groß….
Den ganzen Artikel weiterleisen? Gerne! Hier der Link zum ePaper der Ausgabe 2/2026 von FH Fleischer-Handwerk: https://blmedien.aflip.in/FH_Fleischer_Handwerk_2_2026.html#page/20