1991 begann die Geschichte der “Jeunes Restaurateurs” in Deutschland. 25 ambiüonierte deutsche Jungköche folgten der europäischen Idee “Jeunes Restaurateurs d`Europe”, die ihren Ursprung, wie könnte es auch anders sein, in Frankreich hat. Dort hatten sich bereits 1974 die ersten jungen Spitzenköche zusammen gefunden und mit der tatkräftigen Unterstützung von Jacques Marnier-Lapostolle, Patron des Hauses Grand Marnier, den Verband “Jeunes Restaurateurs de France” gegründet. Heute dürfen sich 365 motivierte junge Köche aus acht europäischen Ländern “Jeune Restaurateur” nennen. Gründungpräsident der deutschen Sektion war Rainer Wolter, damals im Restaurant La Mer, Hamburg, der dieses Amt zwei Jahre inne hatte. Ihm folgte Otto Fehrenbacher vom Hotel-Restaurant Adler in Lahr-Reichenbach, für ebenfalls zwei Jahre. Hans Stefan Steinheuer, Steinheuers Restaurant, Bad Neuenahr-Heppingen, leitete anschließend vier Jahre die Geschicke der Vereinigung. Seit Juli 2000 ist Harald Rüssel vom Landhaus St. Urban in Naurath/Wald amtierender Präsident der “Jeunes Restaurateurs d`Europe Deutschland”. Daneben liegen auch auf europäischer Ebene die Geschicke seit fast zwei Jahren in den Händen eines deutschen “Jeune”: Christian Ottenbacher von Hotel Restaurant Adler in Asperg.
Mit jedem Präsidenten wuchs der Kreis der jungen Spitzenköche von anfangs 25 auf heute 42 Jeunes Restaurateurs, einer talentierten Köchin und 41 männliche Kollegen. Ihre Mitglieder sucht die Vereinigung sehr sorgfältig aus: sie dürfen bei der Aufnahme nicht älter als 35 Jahre sein, müssen schon mehrere Jahre selbständig gearbeitet haben und auch bereits in den einschlägigen Restaurantführem erwähnt. Doch nicht nur in beruflicher Hinsicht müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, auch auf menschlicher Ebene muss es stimmen, denn die “Jeunes Restaurateurs”
sind eher eine große Familie denn ein nüchterner Verband. Und gestimmt hat es auch beim jüngsten Neuzugang, Tanja und Andreas Gerlach von Tandreas` Hotel und Restaurant in Gießen. Ein “Jeune Restaurateur” wird mit dem 45. Lebensjahr oder bei Aufgabe der Selbständigkeit automatisch zum inaktiven Mitglied, einem “membre d`honneur”, des Verbandes. Otto Fehrenbacher, Franz Fecki und Rudolf Karr gehören bereits diesem Kreis an. Jedoch auch diese drei Mitglieder sind vielmehr aktive “membre d`honneur” und zeigen ihre Verbundenheit zum Verband, indem sie ihren Kollegen nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Besonders groß geschrieben bei den “Jeunes” wird die Förderung und Ausbildung ihrer Mitarbeiter und des Nachwuchses. Dafür stehen das Qualifizierungsprogramm für Chefs und Mitarbeiter, Fortbildungsseminare, Stipendien für junge Sommeliers und Küchenmeister und vieles mehr. Außer in ihren Restaurants sind die jungen Chefs aber auch als Autoren erfolgreich. Pünktlich zum lOjährigen Jubiläum kamen zwei neue Kochbücher der 42 deutschen Küchenkünstler auf den Markt. Die Nachfolger des ersten Kochbuches, das im Herbst 2000 mit großem Erfolg lanciert wurde, widmen sich nun interessanten Einzelthemen: “Gemüse, Krauter & Salate” sowie “Fisch & Meeresfrüchte”.
Der Erfolg der jungen Chefs zeigte sich auch wieder schwarz auf weiß u.a. bei der kürzlich veröffentlichten neuen Ausgabe des RestaurantführersMichelin. Im Kreis der “Jeunes” kamen vier neue Michelin-Sterne dazu:
Johannes King, Dorint SöPring Hof auf Sylt, Martin bzw. Peter Schärft von der Wartenberger Mühle in Wartenberg, Jens Dannenfeld von Dannenfelds Restaurant in Braunschweig sowie der “neue” “Jeune” Andreas Gerlach von Tandreas` Hotel und Restaurant in Gießen. Des Weiteren wurde Jörg Sackmann von Gault Millau die Auszeichnung “Menü des Jahres” verliehen. Alle diese positiven Zeichen und Auszeichnungen zeigen, dass die jungen Restaurateure auf dem richtigen Weg sind. Auch die Listung vieler Jeunes Restaurateurs in den Besten-Listen wie z.B. Hans Stefan Steinheuer auf Platz 9 der Bunte-Liste sind Ansporn und Verpflichtung zugleich.
