Die Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE) hat zu Beginn des Jahres mit verschiedenen anderen Wirtschaftsgruppen aus Landwirtschaft und Gartenbau ein Projekt zur Definition von konkreten und international vergleichbaren Nachhaltigkeits-Kriterien ins Leben gerufen, bei dem auch das Tierwohlsein ein wichtige Rolle spielt. Zudem wird der Geflügelsektor Anfang 2011 den "Nachhaltigkeits-Bericht 2010" veröffentlichen, der zukünftig jährlich erscheint und die entsprechenden Entwicklungen in der Geflügelwirtschaft dokumentiert und bewertet.
In der Praxis zeigt sich die Bedeutung des Themas in der intensiven Zusammenarbeit von Erzeugern, Geflügelfleischvermarktern und Tierschutzorganisationen. Ihre gemeinsame Zielsetzung: mehr Produkte aus tierfreundlicher Haltung in die Märkte zu bringen. Bei der Umsetzung neuer Konzepte arbeitet die Branche auch mit der nationalen Tierschutzorganisation Dierenbescherming zusammen. Marijke de Jong, Beraterin dort, erklärt: „Wir haben festgestellt, dass ein Engagement allein auf politischer Ebene nicht ausreicht, um die Themen Tierschutz und Tierwohlsein weiter voranzubringen. Also haben wir uns dazu entschlossen, eng mit Landwirten und der Industrie zusammenzuarbeiten." Und das funktioniert: Ein konkretes Erfolgsbeispiel ist die Entwicklung des sogenannten Scharrel-Konzepts – ein weiteres Segment zwischen Bio und konventioneller Haltung, das der Geflügelfleischvermarkter Plukon Royale, das niederländische Einzelhandelsunternehmen Albert Heijn und die Tierschutzorganisation Dierenbescherming gemeinsam einführten: Die langsam wachsenden Hähnchen werden bei geringer Besatzdichte mindestens 56 Tage gemästet. Zur Förderung der natürlichen Verhaltensweisen stehen Strohballen und eingestreute Weizenkörner in Ställen mit überdachtem Freilauf zur Verfügung. Zurzeit arbeitet der Sektor an weiteren Projekten, die das Zwischensegment bedienen sollen.