Ein neues Duo führt seit gestern nach dem Rücktritt Georg Schlagbauers im Juni die Geschicke des Fleischerverband Bayern: Konrad Ammon jun. als Landesinnungsmeister und Werner Braun als sein Stellvertreter. Bei der Wahl des neuen Landesinnungsmeisters im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im großen Lehrsaal der Fleischerschule Augsburg setzte sich Konrad Ammon im 2. Wahlgang mit 43 von 66 gültigen Stimmen durch. Der 1. Wahlgang hatte zwei abgegebene Stimmen zu viel ergeben. Als Wahlleiter fungierten die DFV-Vizepräsidenten Michael Durst und Klaus Gerlach. Auch DFV-Präsident Heinz-Werner Süss war nach Augsburg gekommen, um die Wichtigkeit des mitgliederstärksten Landesverbandes zu untermauern. Werner Braun, Obermeister der Innung Dachau-Freising und Obmann des Bezirkes Oberbayern, vereinigte 53 Ja-Stimmen auf sich. An seine Stelle im Vorstand des Fleischerverband Bayern rückte Michael Moser, Obermeister der Innung Landsberg am Lech, nach.
Außer dem bisherigen stv. Landesinnungsmeister Konrad Ammon hatte sich auch der HWK-Präsident von Schwaben, Hans-Peter Rauch, für das Amt beworben, der seine Kandidatur nach einem Formfehler und seinem eigenen Erleben der Mitgliederversammlung jedoch zurückzog. Zuvor hatten die Mitglieder und Delegierten der bayerischen Innungen den Antrag von fünf Innungen abgelehnt, die Finanzen des Fleischerverband und Fleischerschule Augsburg von neutraler Stelle überprüfen zu lassen. Im Rahmen einer außerordentlichen Rechnungsprüfung am 23. Juni 2016 hatten die Kassenprüfer und Obermeister Michael Moser und Engelbert Jais den Anwesenden in einem detaillierten Vortrag eine ordnungsgemäße Buchführung der Jahre 2011 bis 2015 bestätigt und festgestellt, dass es keine Unregelmäßigkeiten, z. B. Unterschlagungen, gegeben habe. Aus krankheitsbedingten Gründen nicht anwesend bei der Neuwahl des Landesinnungsmeisters war der Hauptgeschäftsführer des Fleischerverband Bayern, Rainer Hechinger. Seine Rückkehr wird bis Ende August erwartet.
„Es geht um die Sache, und um eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“, betonte Konrad Ammon. Sein bisheriges langjähriges Engagement habe ihm sehr viel Spaß gemacht, er habe Netzwerke geknüpft und möchte die Weichen im bayerischen Handwerk in die richtige Richtung stellen. Davon überzeugte der die Anwesenden in einem selbstbewussten und leidenschaftlichen Vortrag. Wichtige Themen seien z. B. Ebermast, Tierwohl, Ferkelkastration, TTIP, oder der Aufbau eines Monitoringsystems.
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