Veganuary Weltkarte

Veganuary feiert weltweit Erfolge

Aktuelle Einblicke aus internationalen Veganuary-Zentralen

Die gemeinnützige Organisation und internationale Kampagne Veganuary hat ihren Kampagnenbericht veröffentlicht. Erfolge aus mehr als 20 Ländern lassen Veganuary zu einem Messinstrument für die globale Ernährungswende werden. Einschätzungen dazu, wo diese in unterschiedlichen Regionen steht und welche Hürden es abzubauen gilt, liefern Veganuary-Zentralen in Deutschland, Spanien, Lateinamerika und Indien.

Der internationale Kampagnenbericht zum Veganuary 2026 zeigt, dass es der Organisation in diesem Jahr erneut gelungen ist, nachhaltige Ernährungsgewohnheiten zu fördern und pflanzliche Märkte weiter zu stärken.

Weltweit probierten mehr als 30 Millionen Menschen im Januar 2026 eine pflanzliche Ernährung aus. Das ergeben repräsentative Umfragen im Auftrag von Veganuary in zwölf Kernkampagnenländern sowie Berechnungen der internationalen Organisation auf Basis aktueller Bevölkerungsschätzungen der jeweiligen Länder. Mehr als 1.185 neue pflanzliche Produkte und Gerichte kamen weltweit zum Veganuary auf den Markt. In 20 Ländern fanden offizielle Veganuary-Kampagnen statt, 2026 erstmals auch in Irland und Island.

Starkes Wachstum in Lateinamerika

Weltweit wächst die Nachfrage nach pflanzlichen Angeboten. Mauricio Serrano Palma, Director Veganuary Latin America: „In nur wenigen Jahren haben in Lateinamerika große Handelsketten, Supermärkte und Geschäfte auf die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Produkten reagiert.“ Das gastronomische Angebot an veganen Optionen wuchs zwischen 2023 und 2025 um ganze 20 Prozent.²

Vor allem Mexiko, Brasilien, Argentinien, Chile und Kolumbien nehmen eine Vorreiterrolle ein, wenn es um sich verändernde Essgewohnheiten und den plant-based Markt geht. „Anderswo steckt die Entwicklung der Branche auf lokaler Ebene noch in den Anfängen und der Import pflanzlicher Produkte kann die Kosten erheblich erhöhen“, so Mauricio Serrano Palma. „Um solche Herausforderungen zu bewältigen, braucht es politische Maßnahmen, die Innovationen im Lebensmittelbereich vorantreiben.“

Indien: Pflanzliche Ernährung wird Teil des Alltags

Auch in Indien gewinnt die bewusste Entscheidung für eine rein pflanzliche Ernährung an Bedeutung – insbesondere unter jüngeren Verbraucher:innen in Städten. Prashanth Vishwanath, Director Veganuary India, beobachtet derzeit vor allem zwei zentrale Herausforderungen: ein deutliches Stadt-Land-Gefälle bei Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit veganer Optionen – und die hohe kulturelle Bedeutung von Molkereiprodukten wie Milch, Ghee und Paneer.

Gleichzeitig sei die pflanzliche Ernährung im Begriff, Teil des Alltags zu werden: „In vielerlei Hinsicht verbindet die vegane Bewegung in Indien normative Prinzipien wie Ahimsa – also Gewaltlosigkeit – mit modernen Werten rund um Klimaschutz, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Vor dem Hintergrund des steigenden Interesses am Veganuary, des wachsenden Engagements von Unternehmen und der kulturell verwurzelten Ernährungstraditionen entwickelt sich das Land zu einem der vielversprechendsten Standorte für die Zukunft der pflanzlichen Ernährung“, so Prashanth Vishwanath.

Spanien: Verbraucher treiben den Markt an

In Spanien sind es zunehmend anspruchsvolle Konsumenten, die aktuell den Markt formen, weiß Estefanía Lozano Martínez, Interim Director Veganuary Spain: „Der Übergang zu einer pflanzlicheren Ernährung ist bereits im Gange. Aber die Verbraucher:innen sind jetzt anspruchsvoller. Sie wollen Optionen, die ihren Vorlieben und Bedürfnissen besser entsprechen: besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, besserer Geschmack und gesunde Produkte – und das treibt das gesamte wirtschaftliche Ökosystem voran.“

Doch – wie auch im übrigen Europa – sind Branchen wie die Milch- und Fleischindustrie stark von Subventionen abhängig. So unterliegt in Spanien beispielsweise Tofu demselben Steuersatz wie Fleisch, tierische Milchprodukte sind pflanzlichen gegenüber begünstigt.

Deutschland: Leere Tofu-Regale sprechen Bände

Einer Förderung der pflanzlichen Ernährungswende entgegen steht auch das Verbot von bestimmten Bezeichnungen pflanzlicher Fleischalternativen, das die EU kürzlich fällte. Wenige Wochen zuvor – im Januar – kam es in deutschen Supermärkten zu einer bundesweiten Tofu-Knappheit, die der Einzelhandel auf die hohe Nachfrage im Veganuary zurückführte.

Für Christopher Hollmann, Global Programmes Director & Managing Director Veganuary Germany, bildet das im Kern ab, wo die Ernährungswende in Deutschland steht: „Die Menschen sind mit ihren Erwartungen – und auch in ihrer Nachfrage – längst weiter als es Profiteur:innen der Tierindustrie lieb ist. Unsere Essgewohnheiten sind im Wandel und unsere Gesellschaft entwickelt eine neue Beziehung zu Ernährung, ein neues Bewusstsein für deren Auswirkungen auf unsere Gesundheit, den Planeten und die Tiere. Was es jetzt braucht, ist ein starker Rückenwind aus Politik und Wirtschaft.“

Zur Weltkarte (Bild o.): Grün markiert sind die Kernländer der Veganuary-Kampagne, gelb markiert sind Veganuary-Partnerländer, in China (rot) gab es von Veganuary inspirierte Kampagnen.

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