MKS-Forschung kehrt an ihren Ursprungsort zurück

Außen sachlich, innen HighTech: Das neue Hochsicherheits-Stallgebäude der BFAV
Nach einjährigem Umbau wurde auf der Insel Riems das Hochsicherheits-Isolierstallgebäude der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) wieder in Betrieb genommen. Die Umrüstung des 1990 fertig gestellten Gebäudes war notwendig geworden, um die Sicherheitseinrichtungen für Arbeiten mit hochansteckenden Erregern – insbesondere dem Virus der Maul- und Klauenseuche (MKS) – auf den neuesten Stand zu bringen. Hierzu wurden die Lüftung erneuert, eine moderne Abwasser – Desinfektionsanlage installiert sowie doppelte Hochleistungs – Schwebstofffilter eingebaut, die das Austreten von Viren verhindern.
Die Sicherheitsvorschriften für das Arbeiten mit derart gefährlichen Erregern schreiben vor, dass die Labor- und Stalleinheiten unter permanentem Unterdruck betrieben werden müssen, um jegliches Entweichen von Erregern zu verhindern. Personen, die diese Bereiche betreten, müssen sich komplett entkleiden und gelangen dann durch eine Schleuse in den Infektionsbereich, wo Arbeitskleidung angelegt wird. Beim Verlassen des Isolierteiles ist eine fünfminütige Zwangsdusche obligatorisch. Material wird aus diesem Bereich nur nach Hitzebehandlung oder chemischer Desinfektion ausgeschleust. Kein Versuchstier verlässt lebend diesen Sicherheitsbereich, alle Tiere werden in der institutseigenen Tierkörperbeseitigungsanlage unschädlich entsorgt.
“Nach diesen Umbauten kann an der BFAV auf der Insel Riems auch mit den gefährlichsten Tierseuchenerregern gearbeitet werden, weil die Versuchseinrichtungen an den internationalen Standard angepasst sind”, erklärte der Präsident der Bundesforschungsanstalt, Professor Dr. Thomas C. Mettenleiter. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, das nationale Referenzlabor für Maul- und Klauenseuche, das bisher am Standort Tübingen angesiedelt war, auf die Insel Riems zu verlagern. So gelangt die MKS-Forschung wieder an den Ort zurück, an dem ihre Geschichte begann: Am 10. Oktober 1910 hatte der Entdecker des MKS-Virus, Friedrich Loeffler, das weltweit erste Virusforschungsinstitut auf der Insel gegründet.

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