Mehrfach ungesättigte Fettsäuren des intramuskulären Fettes bei Ochsen nach unterschiedlicher Zusammensetzung der Futterration

Vor diesem Hintergrund liegt es auf der Hand zu prüfen, wie unterschiedliche Futterrationen beim Rind die Zusammensetzung der letztgenannten Anteile des Fettsäuremusters im intramuskulären Fett beeinflussen.
In einer Arbeit von P. FRENCH, C. STANTON, F. LAWLESS, E. G. O’RIORDAN, F. J. MONAHAN, P. J. CAFFREY and A. P. MOLONEY: “Fatty acid composition, including conjugated linoleic aid, of intramuscular fat from steers offered grazed grass, grass silage, or concentrate-based diets” wurde diese Frage an Ochsen nach der Mast auf der Grundlage von Weidefütterung, Grassilage oder Kraftfutter untersucht.
Zur Untersuchung kamen 50 Tiere in fünf Gruppen mit unterschiedlichen Futterrationen. Die Fütterungsperiode erstreckte sich über 85 Tage.

1. Grassilage ad libitum und 4 kg Kraftfutter
2. 8 kg Kraftfutter und 1 kg Heu
3. 6 kg Weidegras (Trockenmasse) als Weide und 5 kg Kraftfutter
4. 12 kg Weidegras (Trockenmasse) als Weide und 2,5 kg Kraftfutter 5. 22 kg Weidegras (Trockenmasse) als Weide
Die Futterrationen waren so gewählt, dass in allen Gruppen vergleichbare Tageszunahmen und Schlachtgewichte realisiert wurden. Damit sollten mögliche Überlagerungseffekte des Rationstyps auf die Fettsäurekomposition durch Unterschiede in der Verfettung vermieden werden. Auf Grund dieser Vorgaben zeigte sich kein Einfluss der Futterration auf die chemische Zusammensetzung des Muskelfleisches und die Verfettung der Schlachttiere.
Die Futterration hatte aber einen deutlichen Einfluss auf das Fettsäuremuster. Die Abnahme des Kraftfutteranteils und die Zunahme des Grasanteils führte zu einer signifikanten Abnahme des Anteils der gesättigten Fettsäuren. Der Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren wurde durch Unterschiede in der Futterration nicht beeinflusst. Die Konzentration an mehrfach ungesättigten Fettsäuren war in der Gruppe, die nur Weidegras erhielt, signifikant höher als in allen anderen Gruppen. Zwischen diesen gab es keine signifikanten Unter- schiede. Die Abnahme des Kraftfutteranteils in den Grasrationen führte zu einem linearen Anstieg des Verhältnisses: mehrfach ungesättigter Fettsäuren zu gesättigten Fettsäuren.
Es war kein Einfluss der Fütterung auf die n-6 PUFA festzustellen. Mit Abnahme des Kraftfutteranteils stieg jedoch der n-3 PUFA Anteil. Damit erklärt sich der lineare Rückgang des n- 6/n-3 Verhältnisses mit Rückgang des Kraftfutteranteils. Dies ist vor allem mit der etwa 30 mal höheren 18:3 Fettsäure-Konzentration im Gras zu erklären.
In allen Gruppen lag das n-6/n-3 PUFA Verhältnis bei < 4,5:1. In der Gruppe, die ausschließlich Gras erhielt, lag die Relation sogar bei 2,3:1.
Auch die CLA Konzentration im intramuskulären Fett wurde durch die Weidefütterung beeinflusst. Die CLA nahm mit der Abnahme der Kraftfuttergabe linear zu. Der CLA Anteil lag in der Gruppe mit ausschließlich Weidegras (5) bei 1,08 % und in der Gruppe, die auf der Grundlage von Kraftfutter gemästet wurde (2), bei 0,37 %. Besonders hervorzuheben ist, dass der CLA Anteil nach Weidegang signifikant über dem nach Grassilagefütterung lag. Die Autoren vermuten unter anderem, dass durch Grasfütterung das Wachstum von Butyrivibrio fibrisolvens gefördert würde, da bei dieser Fütterung durch schnell fermentierbare Zucker und leichter lösliche Gerüstsubstanzen gute Voraussetzungen zur Produktion von CLA durch die Bakterien bestehen. Bei Silage sind diese Futtersubstanzen bereits teilweise abgebaut.
In Milch findet man nach Silage- und Weidefütterung vergleichbare Unterschiede. Nach Silage sind die CLA Konzentrationen im Milchfett deutlich niedriger als nach Weidegang.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch Grasfütterung in der Rinderfütterung das Fettsäureprofil des intramuskulären Fettes hinsichtlich seiner ernährungsphysiologischen Funktion positiv verändert wird.

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