Moskau/ Washington. Amerikanische Geflügelhersteller haben am 13. Aprilzugesagt, künftig die Chlorbehandlung von Geflügel zu unterlassen, das nach Russland exportiert wird.
Zurzeit kann kein US-Geflügel nach Russland importiert werden, da Russland die in den USA verbreitete Behandlung von Chlor ablehnt. Wie die agrarzeitung.de am 14. April mit Bezug auf die Internetausgabe der Moscow Times berichtet, ist für die US-Geflügelproduzenten eine Lösung des Handelsstreits existenziell. Obwohl die russische Geflügelproduktion wächst, besteht für 2010 ein zollvergünstigtes Importkontingent von 780’000 Tonnen Geflügelfleisch. Davon könnten die USA eigentlich 600’000 Tonnen liefern. Um die umfangreichen amerikanischen Lieferungen zu ersetzen, hatte sich Russland zum Jahresanfang schon in Thailand umgeschaut. Russland ist jedoch auch bestrebt, die inländische Fleischproduktion zu erhöhen. So hat der russische Präsident Dimitry Medwedjew nach Angaben der Moscow Times im Februar eine Doktrin unterzeichnet, in der künftig 85 Prozent des Fleischkonsums im Inland produziert werden soll.
In der EU werden Einfuhren von Geflügelfleisch, das mit Chlor behandelt worden ist, ebenfalls abgelehnt. Hier wehren sich die USA aktuell vor der Welthandelsorganisation WTO gegen die Importbeschränkungen der EU.