Die Nachfrage nach ökologischem Rind- und Schweinefleisch bleibt weiter ungebrochen hoch. Besonders zu Ostern orderten die Fleischer und Verarbeiter noch verstärkt verschiedenste Teilstücke. Bioschweine-, Rind- und Geflügelfleisch tauchten immer wieder wochenweise in den Werbeaktionen einiger Handelsketten auf. Zu Ostern stand insbesondere Lammfleisch im Vordergrund.Schinken und verpackter Wurstaufschnitt wie Salami wurden immer wieder beworben. Dagegen läuft der Verkauf von Biohackfleisch auch ohne Werbungweiterhin auf Hochtouren.
Ferkelversorgung als Herausforderung für 2010
Der strenge Winter hat bei vielen Outdoor-Haltern bei den Mastschweinen und insbesondere bei der Ferkelaufzucht zu Verlusten geführt. Zum Teil haben die Sauen jeweils ein bis zwei Ferkel weniger geworfen, zum Teilreichte der Milcheinschuss der Sauen nicht, um alle Ferkel ausreichend zu versorgen. Zwar begrenzt die geringere Ferkelzahl aus den Outdoor-Betrieben das Angebot insgesamt. Der Effekt dürfte aber angesichts des höheren Anteils an Zuchtbetrieben mit Ställen geringer sein, als er im Moment wahrgenommen wird.
Nachdem schon in den vergangenen Monaten die Ferkel knapp waren, dürfte der Winter nur der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Zwar gibt es einige Betriebe, die ihre vorhandenen Kapazitäten wieder ausnutzen. Aber es gibt nur wenige Sauenbetriebe, die neu umstellen. Außerdem beginnen nur noch wenige mit der Outdoor-Sauenhaltung, die vergleichsweise geringe Investitionen erfordern würde. So scheint sich die Ferkelaufzucht wieder verstärkt in die Ställe zu verlagern. Auf alle Fälle bleibt die Ausweitung der Ferkelaufzucht die große Herausforderung für die Bioschweinehaltung 2010.
Stabile Schweinepreise erwartet
Die Nachfrage nach Schweinefleisch bleibt hoch. Durchweg alle Vermarkter berichten, dass sie mehr Schweine absetzen könnten als momentan zur Verfügung stehen. Die Versuche, die Produktion deutlich auszuweiten, werden von den fehlenden Ferkeln gebremst. Diese Situation kann noch etliche Monate anhalten.
Die Vermarkter rechnen daher mit stabilen Schweinepreisen für die nächsten Monate. Dabei wird wenig Spielraum nach oben und nach unten gesehen. Die Preissensibilität des Kunden und die niedrigen Futerkosten erlauben keine Preiserhöhung; die Rohstoffknappheit verhindert eine Preissenkung.
Im vergangenen Jahr hatten sich bestimmte Teilstücke wie Schinken regelrecht gestaut und wurden zu günstigeren Preisen verkauft. Jetzt laufen auch diese sehr gut. Immer wieder tauchen verschiedene Sorten Schinken in den Angebotslisten der Handelsketten auf.
Rinderabsatz läuft gut
Der Biorinderabsatz läuft weiterhin sehr zufriedenstellend. Sowohl die günstigeren Vorderviertel als auch die Filets können gut abgesetzt werden. Verkaufsrenner bleibt wie zuvor das Hackfleisch, meist von Kühen oder aus den Vordervierteln.
Im Januar 2010 blieben die Rindfleischpreise weitgehend stabil. Gegenüber den momentan niedrigen konventionellen Preisen setzt sich der Biopreis deutlich ab. Insbesondere Biokühe werden mit einem deutlichen Aufschlag von 35 bis 40 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht verkauft.