Bio stagniert

Aachen (Dialego). Seit 2008 stagniert der Konsum von Bio-Nahrungsmitteln. Der harte Kern, die Verbraucher, die ständig oder häufig Bioprodukte einkaufen, ist zwar stabil (2011 – 19 Prozent, 2010 – 18 Prozent, 2008 – 18 Prozent), aber die gelegentlichen Biokäufer sind leicht rückläufig (2011 – 21 Prozent, 2010 – 25 Prozent, 2008 – 26 Prozent). Sie wandern tendenziell hin zu denen, die sehr selten Bioprodukte kaufen. Zu berücksichtigen ist, dass zum Zeitpunkt dieser Umfrage der Dioxinskandal bei Eiern noch nicht bekannt war. Geht es um die Motive für den Griff ins Bio-Regal, zeigt sich die Gruppe von Verbrauchern, die angibt, Bio entspreche ihrer Lebenseinstellung, als außerordentlich stabil (2011 – 28 Prozent, 2010 – 27 Prozent, 2008 – 26 Prozent). Gründe wie „Weil sie gesünder sind" (2011 – 40 Prozent, 2010 – 42 Prozent, 2008 – 46 Prozent) oder „Weil sie besser schmecken"(2011 – 30 Prozent, 2010 – 36 Prozent, 2008 – 40 Prozent) gehen deutlich zurück. Befragt nach dem Vertrauen in bestimmte Kaufstätten, finden wir kaum Veränderungen gegenüber 2010 und 2008. Obwohl Discounter und Supermärkte schon seit geraumer Zeit ein beachtliches Biosortiment vorhalten, ist das Vertrauen der Verbraucher in die Begründer der Biobewegung, nämlich die Bioläden/Biosupermärkte (52 Prozent), die Erzeuger (50 Prozent) und die Reformhäuser (34 Prozent) größer. Supermärkten und Discountern vertrauen nur 16 bzw. 11 Prozent, wenn es darum geht, ob, wo Bio drauf steht, auch Bio drin ist. Auf der Rangliste der bevorzugten Einkaufsstätten finden wir im Vergleich zu den vertrauenswürdigsten Einkaufsstätten fast eine Umkehrung der Verhältnisse. Auf Rang 1 die Supermärkte (71 Prozent) auf Rang 2 die Discounter (56 Prozent) und auf Rang 3 Bioladen/Biosupermarkt (29 Prozent). Dieses Bild ähnelt dem aus den Jahren 2010 und 2008. Sicher ist die Wahl der Kaufstätte nach wie vor eine Frage des Preises oder auch der Nähe zu den jeweiligen Kaufstätten. Erstmals in diesem Jahr wurden die Verbraucher gefragt, ob sie glauben, dass es bei Herstellern von Bionahrungsmitteln ebenso viele „schwarze Schafe" gibt wie bei den Herstellern konventioneller Nahrungsmittel. Drei Viertel antworten mit „ja". Erstaunlich eigentlich, sind doch im Bio-Segment bisher weit weniger Skandale bekannt als bei den Konventionellen. Befragt zum Ziel „Bio für Alle" erklärt weit mehr als ein Drittel der Verbraucher (41 Prozent), sich vorstellen zu können, den persönlichen Fleischkonsum um 70 Prozent zu reduzieren, wenn das Ziel wäre: „Bio für alle zu moderaten Preisen". Bei den Frauen sind es 51 Prozent, die bereit wären ihren Fleischkonsum für dieses Ziel zu reduzieren, bei den Männern ist es nicht einmal ein Drittel (30 Prozent). Stellt sich die Frage, ob es Frauen einfach leichter fällt, auf Fleisch zu verzichten, oder ob Frauen sich immer noch in der traditionellen Rolle der Ernährerin der Familie sehen und auch den Qualitätsaspekt mehr im Blick haben. Bio-Käufer haben erwartungsgemäß eine deutlich höhere Bereitschaft für dieses Ziel zu verzichten, als Verbraucher die keine Bioprodukte kaufen.

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