Vor nur drei Jahren war für die Schweinehalter in der Schweiz die Welt noch in Ordnung. Damals bekamen sie 5,10 Schweizer Franken pro Kilo Lebendgewicht. Heute sieht die Schweinemästerwelt weit düsterer aus, die Erzeugerpreise sind seither um 37 % gefallen. Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Deshalb soll der Produzentenver-band "Swissporcs" zunächst einmal gezielte Absatzförderung betreiben. Durch entsprechende Marketingaktionen sollen die Konsumenten darauf aufmerksam werden, dass Schweinefleisch einstweilen die preiswerteste Fleischsorte auf dem Inlandsmarkt ist und es sich lohnt, auch auf Vorrat in der Kühltruhe einzukaufen. Doch sehr viel erwarten sich die Schweinemäster der Schweiz davon selber nicht. Das Hauptproblem ist die Überproduktion von 10 %.
Der Grund für diese Überproduktion liegt nach den Angaben des Schweinemästerverbandes in der zunehmenden Professionalisierung und Spezialisierung der Erzeugerbetriebe. Der damit verbundene Produktivitätsanstieg schritt führt dazu, dass bei gleicher Anzahl von Muttersauen mehr Fleisch produziert wird. Zugleich ist es den auf Schweine produktion ausgerichteten Betrieben nicht mehr möglich, aus der Produktion auszusteigen, wenn sich die Preise sich ungünstig entwickeln: "Uns fehlen heute die kleinen Betriebe, die in schlechten Zeiten aufgehört und in guten wieder mit der Schweinehaltung begonnen haben"… so der Produzentenverband .Auch bei anhaltend niedrigen Preisen passt sich die Produktion nicht mehr von selbst an-der seit mehr als 200 Jahren bekannte Schweinezyklus funktioniert nicht mehr .Durch größere Flexibilität müssten aber die Produzenten diesen keineswegs immer geschätzten Zyklus bewusst wieder herstellen. Das solle aber nicht heißen, dass die Ställe bei ungünstigen Preisen für längere Zeit völlig leer bleiben sollten. Es reiche auch schon, wenn die Ferkel ausgemästet werden.In der gegenwärtigen Lage gelte aber das Rezept: Jedes zehnte Schwein muss weg! Dr. Dietmar Stutzer