Berlin/Balingen-Ostdorf (ots) Weitere zehn Jahre vergingen, bis er die behördliche Erlaubnis errang, das Fleisch der Rinder uneingeschränkt verkaufen zu dürfen, auch EU-weit. Da es ihm zuwider war, seine Tiere in Angst und Panik zum Schlachthof transportieren zu lassen, entwickelte Ernst Hermann Maier eine Methode, die eine Tötung möglichst sanft und ohne Stress ermöglicht. Er betäubt seine Tiere während sie ruhen dort, wo sie im Herdenverband ihr ganzes Leben verbracht haben – auf der Weide. Dann verlädt er das jeweilige betäubte Rind in die eigens von ihm erfundene Mobile Schlachtbox II®, um es dort zu töten. In der hofeigenen Schlachthalle wird das Tier von einem Metzger fachgerecht zerlegt. Das Fleisch darf der Biolandwirt seit 2011 uneingeschränkt auf den Markt bringen.
Das Team der Werner Bonhoff Stiftung ist von der Überzeugung und Beharrlichkeit, mit der der Biolandwirt sein Ziel verfolgt hat, beeindruckt. Eine ausführliche Darstellung des Falles ist in der Online-Fallsammlung der Stiftung unter www.werner-bonhoff-stiftung.de abrufbar. In seinem 2009 erschienenen Buch „Der Rinderflüsterer" schilderte der Biolandwirt seine Erfahrungen im Kampf mit den Behörden um die Durchsetzung einer artgerechteren Nutztierhaltung. Die Falldarstellung der Stiftung ergänzt den Verlauf bis zur aktuellen Erlaubnis des uneingeschränkten Verkaufs des Fleisches. Die gemeinnützige Stiftung veröffentlicht unter ihrem Leitmotiv bureaucratic transparency authentische Fälle von „Unternehmern & bürokratischen Hürden". Sie zeigen, mit welchen Hürden unternehmerische Menschen konfrontiert werden und wie sie damit umgehen. Hermann Maier war zudem für den diesjährigen „Werner Bonhoff-Preis wider den §§-Dschungel" nominiert. Vorschläge für den Werner-Bonhoff-Preis 2013 nimmt die Stiftung bis zum 31.12.2012 entgegen. www.werner-bonhoff-stiftung.de/vorschlag_werner-bonhoff-preis
mth/ Redaktion fleischnet
Foto: Metzgerei Esser