Augsburg. Die objektiven Zahlen des „Fleischatlas 2013" zeigen als ungewollten Nebeneffekt die Bedeutung und Wertigkeit des Produktes Fleisch für den Verbraucher. Damit rückt die handwerkliche Herstellung und Verarbeitung von Fleisch- und Wurstwaren wieder in den Vordergrund. „Das darf man ruhig als unbeabsichtigten Kollateralschaden gegen den angeblichen überhöhten Fleischkonsum sehen", erklärt Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern.
„Der Fleischerverband Bayern spricht sich in diesem Zusammenhang für eine ausgewogene Ernährung aus, zu der natürlich Fleisch- und Wurstwaren gehören", ergänzt Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer. Man könne keinesfalls davon ausgehen, dass heute zu viel Fleisch gegessen werde. Im Jahr 1449 erhielten verarmte Bürger in München eine Wochenration von 1.440 g Fleisch, was im Jahr ca. 75 kg entspricht. Der durchschnittliche Fleischverzehr in dieser Zeit lag bei ca. 100 kg, während heute ca. 60 kg/Jahr konsumiert werden.
Die bayerischen Fleischer-Fachgeschäfte nutzen vorwiegend Rohstoffe aus der Region. Dadurch entstehen nicht nur kurze Transportwege. „Die Herkunft der Tiere wird für die Verbraucher transparenter und die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort stärkt die Wertschöpfungskette in der Region", erklärt Georg Schlagbauer. Viele bayerische Metzger würden auch noch selbst schlachten und kennen daher die Umstände der Aufzucht. Vor allem aber sind sie sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst.
„Der Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk dankt den Verfassern des Fleischatlas 2013 ausdrücklich für die profunden Fakten. Ein besseres Plädoyer für den Einkauf beim Metzger um die Ecke hätten die Fleischer selbst nicht halten können", so Rainer Hechinger.
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teo/Redaktion Fleischer-Handwerk