Würzburg. Bei der 8. Obermeistertagung Süd in Würzburg war das Programm eng gestaffelt. Heinz-Werner Süss, Präsident des DFV, erinnerte daran, dass die Beschlüsse, die in beim Deutscher Fleischerverbandstag in Koblenz beschlossen wurden, nicht der Schlusspunkt seien, sondern erst der Anfang der Aufgabenstellung an den DFV. „Die vier Fachbeiräte leisten hervorragende Arbeit. Jeder von ihnen hat bereits zweimal getagt, jener für Werbung sogar dreimal. Ich freue mich, dass wir diese Räte ins Leben gerufen haben. Denn so ist es möglich, intensiver über Themen zu beraten." Im Anschluss bezog der Hauptgeschäftsführer des DFV, Martin Fuchs, zum derzeitigen Brennpunkt „Pferdefleischskandal" Stellung. „Wir haben bewusst auf eine offensive Position verzichtet und auf defensive Pressearbeit gesetzt. Denn in diesem Skandal steht die Industrie im Vordergrund, daher sahen wir keine Notwendigkeit, das Handwerk ebenfalls in den Mittelpunkt zu rücken." In Arbeit befindet sich derzeit die Überarbeitung des Rahmenlehrplans für die Meisterausbildung. Hier strebt der DFV eine neue Verordnung an und möchte diese Ausbildung insgesamt in Niveau und Ansehen steigern. Und auch die VO über die Fortbildungsprüfung für Verkaufsleiter/innen im Lebensmittelhandwerk soll auf die selbe Stufe wie die Meisterausbildung gehoben werden. Eine Entscheidung über Umsatzsteuer im Partyservice und im Imbissbereich steht noch aus, wird jedoch bald erwartet.
Über die Arbeit des fleißigen Fachbeirats Werbung und Öffentlichkeit schilderte Dr. Reinhard von Stoutz. Er konnte den Anwesenden von der erfolgreichen TV-Werbung berichten, die sehr gut angekommen sei. Der Gesamtvorstand entschied daher in seiner Sitzung am 31.1.2013, die TV-Werbung 2013 zu wiederholen. Konrad Ammon erschütterte seine Kollegen mit einer Werbebroschüre von Edeka. Beim Einzelhandelskonzern verdienen Lehrlinge im ersten Jahr 800 €, im zweiten 900 € und im dritten 1.000 €, plus Weihnachts- und Urlaubsgeld und Übernahmegarantie. Zahlen, die Dr. Reinhard Stoutz zu seiner abschließenden Bemerkung bewogen: „Der Kampf um den Nachwuchs ist gigantisch und wird mit viel Geld geführt."
Gero Jentzsch, Pressereferent des DFV, zeigte die Möglichkeiten und Risiken sozialer Netzwerke auf. Er appellierte an die Anwesenden, diese Netzwerk (Facebook, Google+, Twitter ect.) in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen, denn vor allem Jugendliche, mögliche Nachwuchskräfte im Fleischerhandwerk, seien in diesen Netzwerken äußerst aktiv. Rechtsanwalt Thomas Trettwer kam die Aufgabe zu, die Anwesenden über die aktuelle rechtliche Lage beim Internetpranger zu informieren. „Fest steht, dass das Gesetz nicht ordnungsgemäß angewendet wird", hielt er gleich zu Beginn seines Vortrages fest. „Bei einem Verdacht muss in zwei unterschiedlichen Laboren geprüft werden, was jedoch meist nicht der Fall ist." Eine Veröffentlichung sei auch nur rechtens, wenn ein Bußgeld von über 300 € zu erwarten ist. Weiteres Argument gegen dieses Gesetz ist das Fehlen von höherem Recht, also Europa- oder Nationalem Recht. Auch die Bezeichnung „Sonstiger Verstoß" reiche für eine Veröffentlichung nicht aus, da ein Bezug zu Lebensmitteln fehlt.
www.fleischerhandwerk.de
teo/lis /Redaktion Fleischer-Handwerk