Lebensmittelrechtliche Compliance

Auch andere Anspruchsgruppen wie Endverbraucher, Handel, Verbraucherschutzorganisationen oder NGOs formulieren eigene Ansprüche, die es zu erfüllen gilt, um als Lebensmittelunternehmer erfolgreich zu agieren. Zudem fordern Tendenzen wie die Forderung nach einer unternehmenseigenen Strategie zur Betrugsbekämpfung (ein Ergebnis aus dem so genannten „Pferdefleisch-Skandal”) oder die in Vorbereitung befindliche Einführung eines Unternehmensstrafrechts diese Entwicklung. Der Lebensmitteljurist Dr. Markus Grube (Partner der Lebensmittelrechtskanzlei Krell Weyland Grube Rechtsanwälte – KWG) gab einen kompletten Abriss der grundlegenden lebensmittelunternehmerischen Pflichten und illustrierte diese anhand aktueller Fallbeispiele. Intensiv wurden Beispiele aus dem Bereich des „Clean Labeling” diskutiert, wenn zur Vermeidung von Zusatzstoffen („E-Nummern”) Ersatzstoffe Einsatz finden, die von den Behörden als unzulässig bewertet werden, da sie in erster Linie zur Erreichung einer technologischen Funktion Verwendung finden, als Lebensmittelzutat aber keine Tradition vorweisen können. Aufmerksamkeit fanden auch die Themenbereiche der Verantwortung der Lebensmittelwirtschaft für die Lebensmittelsicherheit. Hier wurden praxisnah verschiedene Szenarien durchgespielt, in welchen Lebensmittelunternehmer Produkte öffentlich zurückrufen, still zurücknehmen oder vom weiteren Vertrieb ausschließen müssen. Eine klare Differenzierung der verschiedenen Fallgruppen ermöglicht Verantwortlichen eine sichere Navigation durch verschiedene denkbare Szenarien.

Große Aufmerksamkeit erfuhr der Lebensmittelstrafrechtler Rochus Wallau, der die Bedeutung wirksamer und funktionierender Verantwortlichkeitsstrukturen in den Unternehmen beschrieb. Hier wurde deutlich, dass es sich in jeder Hinsicht lohnt, schon jetzt auf die neuen Herausforderungen zu reagieren, die im Straf- und Bußgeldrecht vorgesehen sind. Bereits heute sind Anzeichen dafür erkennbar, dass höhere Sanktionen verhängt werden.

Im Rahmen zweier Praxis-Workshops hatten die Teilnehmer am zweiten Tag die Gelegenheit, ihr erweitertes Problembewusstsein und neues Wissen konkret anzuwenden. Moderiert von Julia Sturmfels (AFC Risk & Crisis Consult GmbH, Bonn) und Sybille Geitel (Engel & Zimmermann AG) arbeiteten die Teilnehmer in Gruppen und diskutierten über zielführende Lösungen der ihnen gestellten Aufgaben. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine Folgeveranstaltung, „Praxistag Food Compliance“, am 9. April 2014 in Köln geplant. www.akademie-fresenius.de

Meist gelesene Artikel

News
Mehr Wert an der Wursttheke: Neues Whitepaper
News
„Das wichtigste Treffen der Branche weltweit“
News
Johannes, der Metzger: Kopf und Hand
News
Delle bei Fleischersatzprodukten
News
Aberdeen-Angus aus Transsilvanien

Das könnte Sie auch interessieren:

Kuh Weide Bioland

Warum Artenvielfalt so wichtig ist

„Die Lebensversicherung der Ernährungssicherheit“: Bioland zum internationalen Tag der Biodiversität am heutigen 22. Mai 2026....

Metzgerei Schmidkunz: Fichtelgebirge im Laden

Neue Generation, neuer Laden: In zweiter Generation investierte Christoph Schmidkunz in eine nachhaltige Verkaufslokalität. Das Ergebnis: Ein gelungener Mix aus...
Fraunhofer IVV Mate4Meat

Mate4Meat: Besser verpackt, länger frisch

Nachhaltiger Schutz für Fleisch: Fraunhofer IVV arbeitet an innovativen biobasierten Verpackungsfolien mit antimikrobieller Wirkung....
Veggie Produkte 2025 Destatis

Delle bei Fleischersatzprodukten

Nach jahrelangem Anstieg: Fleischersatz-Produktion sinkt 2025 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr; Fleisch legt deutlich zu....

European Plancha Championship

Am 5. und 6. September 2026 trifft sich die europäischen Grillszene in Köln: zur WBQA European Plancha Championship 2026 im...

Johannes, der Metzger: Kopf und Hand

Seit 13 Jahren führen die Geschwister Johannes und Jasmin Dietz die ehemalige Metzgerei Haaf in Mellrichstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld. Als...