DFV-Präsident fordert die neuen Minister

Zugleich benannte er in den Schreiben deutlich die für das Fleischerhandwerk und die Gesamtbranche bedeutsamen Themenbereiche. Empfänger der Schreiben waren Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hans-Peter Friedrich, sowie der Minister der Justiz, Heiko Maas, der auch für Verbraucherschutz zuständig ist. In einem weiteren Schreiben wandte sich der DFV-Präsident an den für diesen Bereich verantwortlichen Staatssekretär, Gerd Billen, den bisherigen Vorsitzenden der Verbraucherzentrale. In allen Schreiben sprach er die Themen an, die sowohl die Arbeit des Verbandes als auch die des jeweiligen Ministeriums betreffen.

Vom Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gegenüber forderte er eine maßvolle Wirtschaftspolitik ein, die bei aller Unterstützung der Exportwirtschaft auch kleine Unternehmen nicht vergisst. Er verdeutlichte, dass der Erhalt und die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zentrale Aufgaben erfolgreicher Wirtschaftspolitik sind. Eine weitere Forderung betrifft die Energiepolitik, die in den Zuständigkeitsbereich des Gabriel-Ministeriums fällt. Da die EEG-Umlage in der derzeitigen Ausgestaltung Unternehmen des Fleischerhandwerks stark belaste, mahnte der DFV-Präsident eine Reform an, die zu einer gerechten Verteilung der Last führt. Die Ungleichbehandlung großer und kleiner Unternehmen und die damit verbundenen wettbewerbsverzerrenden Belastungen müssten abgestellt werden.

Gegenüber Dr. Hans-Peter Friedrich wies der DFV-Präsident auf die unverzichtbare Notwendigkeit funktionierender regionaler Strukturen hin. Die Agrarpolitik dürfe nicht übersehen, dass die Lebensmittelvermarktung in Deutschland sehr breit aufgestellt ist. Würden Herstellungs- und Vermarktungsregeln nur mit Blick auf die Großen geschaffen, werden für die Kleinen unüberwindbare Hürden aufgebaut. Die Folgen für die regionale Vermarktung wären fatal. Eine wirkungsvolle Förderung regionaler Vermarkungsstrukturen sei nur dann erfolgreich, wenn nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe allein gefördert und unterstützt werden. Es brauche eine breit angelegte Unterstützung der gesamten Regionalvermarktung, also auch der Unternehmen des Lebensmittelhandwerks.

In zwei getrennten Schreiben wandte sich der DFV-Präsident an den Justizminister Heiko Maas und an den Staatssekretär Gerd Billen. Darin betonte er, dass die handwerklichen Fachgeschäfte im vollständigen Gegensatz zum größten Problem des Verbraucherschutzes, der zunehmenden Anonymisierung der Märkte, stehen. An den rund 25.000 Bedientheken des Fleischerhandwerks gibt es täglich rund 1. Mio. unmittelbare Kundenkontakte. Die im persönlichen Gespräch vermittelte Beratung erfülle einen unverzichtbaren Zweck bei der Information der Verbraucher. Der DFV wird zu gegebener Zeit in diesen zentralen Fragestellungen auf die Ministerien zugehen und die Spitzen der Häuser um Gespräche bitten.

Im Bild: DFV-Präsident Heinz-Werner Süss (2.v.l.) mit Otto Kentzler (2.v.r.), dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Rainer (r.) und Kammerpräsident Franz Prebeck (l.)

Foto: Ortrud Stegner/ZDH

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