„Mitteldeutsches Institut für Weinforschung“ an der Hochschule Anhalt (FH)

„Angewandte transferorientierte Forschung ist ein wichtiges Feld an unserer Einrichtung. Wir freuen uns, dass wir gerade auf einem solch internationalen Gebiet die regionale Wirtschaft unterstützen und fördern können“, kommentiert Prof. Dr. Orzessek, Präsident der Hochschule Anhalt (FH), die Institutsgründung. Auch seitens der beiden mitteldeutschen Weinbauverbände Saale-Unstrut und Sachsen wird die Ansiedlung begrüßt, erhoffen sich doch die Winzer eine fruchtbringende Partnerschaft. „Unsere Anbauflächen warten mit vielen klimatischen und geologischen Besonderheiten auf, die sie von den anderen deutschen Anbaugebieten unterscheiden. So ist z. B. Trockenstress und das sich daraus entwickelnde Verhalten der Reben ein Phänomen, das der wissenschaftlichen Entschlüsselung harrt“, beschreibt Siegfried Boy, Präsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut, die Erwartungen an die neuen Nachbarn. Zu den ersten Projekten des Instituts, das unter Leitung des Lebensmitteltechnologen Prof. Dr. Thomas Kleinschmidt steht, gehören Untersuchungen von Aromen im Wein. Eine weitere Arbeit widmet sich den Gen-Reserven an Saale und Unstrut. Zudem sind bereits die ersten internationalen Beziehungen zu Hochschulen anderer europäischer und überseeischer Weinanbaugebiete geknüpft. Auch in der Lehre der anhaltischen Bildungseinrichtung wird künftig das Institut eine Rolle spielen, denn der Weinbau wird als Wahlpflichtfach in einen Masterstudiengang integriert.
Zugleich wurde heute ein Beirat berufen, dem sieben Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis angehören. Neben der Biochemikerin Prof. Dr. Carola Griehl von der Hochschule Anhalt begleiten die Präsidenten der Weinbauverbände Sachsen, Christoph Hesse, und Saale-Unstrut, Siegfried Boy, die Geschäftsführer der Winzervereinigung Freyburg, Dr. Gerald Lange, und des Landesweingutes „Kloster Pforta“, Christian Kloss, sowie Prinz Dr. Georg zur Lippe vom sächsischen Weingut Schloss Proschwitz und André Gussek vom Naumburger Winzerhof die Arbeit des Instituts.

Der offiziellen Gründung ging ein Beschluss des Hochschul-Senats am 28. Mai 2008 voraus. Das fachbereichsübergreifende wissenschaftliche Institut entstand durch konkrete Anforderungen aus dem Weinbaugebiet Saale-Unstrut über die Winzergenossenschaft Freyburg und dem dortigen Weinbauverband und ist die Weiterführung der Arbeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die vor acht Jahren das Institut mit ins Leben rief.

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