1. Tag der Verpackung

Einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Verpackung geben Unternehmen der Verpackungswirtschaft mit dem „1. Tag der Verpackung“. Dieser findet rund um den 11. Juni 2015 in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Hersteller von Verpackungen und Verpackungsmaterialien sowie Forschungsinstitute, Verbände und Agenturen öffnen an diesem Tag ihre Türen und geben Einblicke in eine Industrie, die für unsere Versorgung grundlegend ist. Verpackungen sind für unsere Gesellschaft so wichtig, wie Straßen und Elektrizität, behauptet Thomas Reiner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Verpackungsinstituts e.V. (dvi) in Berlin: „Ohne Verpackung gelangen unsere Lebensmittel nicht dorthin, wo sie gebraucht werden: Auf unsere Tische und in unsere Mägen“. Neben Schutz, Transport und Lagerung haben heutige Lebensmittelverpackungen eine ganze Reihe weiterer Aufgaben. „Sie erleichtert die Handhabung des Inhalts, informiert über Menge, Herkunft und Inhaltsstoffe, garantiert die Unversehrtheit und bewahrt die Qualität, wirbt, kommuniziert, ist markenbildend und geht – als Pionier der Kreislaufwirtschaft – am Ende ihres Lebenszyklus in das Recycling“, sagt er. In Deutschland wurden 2013 nach Auskunft der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung fast 97 % aller Verpackungen der Verwertung zugeführt, über 80% wurden recycelt.

 

Lebensmittelverluste und -verschwendung

Die Verpackung fällt dort besonders auf, wo sie fehlt. Nach Angaben des World Food Programms leben 98 % der Hungernden in Ländern, in denen mehr als 40 % der Lebensmittel nach der Ernte verloren gehen, lange bevor sie den Verbraucher erreichen. Aber auch in den Industriestaaten gehen mehr als 40 % der Lebensmittel verloren. Im Unterschied zu den weniger entwickelten Ländern verdirbt die Nahrung jedoch nicht auf dem Weg zum Konsumenten, sondern nachdem sie ihn erreicht hat. So stellt eine Untersuchung von WWF Schweiz und foodwaste.ch fest, dass in der Schweiz 2 % der Lebensmittel im Großhandel verloren gehen, 5 % im Einzelhandel und 45 % beim Konsumenten. Lebensmittelabfälle kosten die Welt nach Angaben der FAO jedes Jahr ca. 2,5 Billionen Euro.

 

Werben und verkaufen

Eine Lebensmittelverpackung muss nicht nur gut funktionieren, sondern auch gut aussehen. Und sie muss sich in den Regalen der Supermärkte durchsetzen. Dort haben Verbraucher im Schnitt die Wahl aus etwa 10.000 verschiedenen Produkten. Rund 75 % entscheiden sich erst beim Einkauf, welches Produkt sie in den Korb legen. Dabei haben weniger als 50 % Werbung für das Produkt gesehen oder können sich beim Einkauf noch daran erinnern. Nur rund 20 % der Produkte werden über klassische Kanäle beworben. D. h., dass rund 80 % der Lebensmittel in den Regalen nur über die Verpackung für sich werben können. Die Verpackung ist hier das einzig relevante Medium für Information, Werbung und Differenzierung. Verpackungsdesigner und -techniker müssen daher zahlreiche Faktoren bei ihrer Arbeit berücksichtigen, z. B. Produktkategorie, Geschlecht, Alter oder soziologische Faktoren. Nur dann kann die Verpackung die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, eine positive Reaktion auslösen und im Gedächtnis bleiben. Weitere Infos: www.tag-der-verpackung.org

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