Bonn. Der Jahrtausendsommer hatte seine Launen: Nach den Hitzewochen im Mai/Juni stellten verregnete Wochen besonders die Ackerbauern auf die Probe und beeinflussten die Ernte 2000 bei Weizen und Roggen. Auch die Mahl- und Backeigenschaften des Brotgetreides sind davon betroffen. Dennoch wird es nach Einschätzung der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) keine Engpässe in der Produktion hochwertiger Mehle geben. Allerdings müssen die Mühlen auf andere Lieferstandorte ausweichen und die Bauern mit hohen Kosten und geringeren Erlösen im Falle von Qualitätsminderungen rechnen.
Nach vorläufigen Ergebnissen wurden in Deutschland bei der diesjährigen Weizenernte 21,26 Mio. Tonnen eingefahren, im Vergleich zu 19,26 Mio. Tonnen im Jahr 1999. Die Roggenernte lag im letzten Jahr noch bei 4,33 Mio. Tonnen, während zur Ernte 2000 ca. 4,21 Mio. Tonnen Roggen die Erzeugerlager erreichten. Von der gesamten Weizenmenge gehen voraussichtlich 15 bis 16 Mio. Tonnen in die Vermarktung, etwa 3,5 Mio. Tonnen sind es beim Roggen. Die übrigen Mengen werden gleich in den Betrieben verfüttert oder als Saatgut eingesetzt.
Den Weg zu den Mühlen treten also die Getreidepartien an, die auf den Höfen vorsortiert wurden und eine per se höhere Qualität mitbringen. Die Müller benötigen zur eigentlichen Verarbeitung eine Million Tonnen Roggen und ca. 6 Mio. Tonnen Weichweizen. Dies entspricht nur einem relativ geringen Anteil des gesamten Ernteaufkommens beim Roggen sind dies 23 Prozent der Erntemenge und beim Weizen 28 Prozent. Diese Mengen zur Erstellung hochwertiger und backfähiger Mehle können die Mühlen sicherlich auch in diesem witterungsbedingt schwierigen Erntejahr gewährleisten. Allerdings ist dies mit höherem Aufwand in den Bereichen Logistik und Organisation verbunden.