Aversion bei Schweinen gegenüber der CO2-Betäubung und Vergleich der CO2- Betäubungsanlage mit dem V-Restrainer

Zunächst wurden je 30 vier Monate alte männliche Schweine der Kreuzung Landrasse und Large White darauf trainiert, in die CO2-Betäubungsgondel zu gehen. Später wurde die Gondel für 10 Sekunden in die leere Grube herabgelassen. Schweine, die ein Zeitlimit von 26 Sekunden für das Betreten der Anlage nicht einhielten, wurden ausgeschlossen. Nach zwei Trainingstagen erfolgte die Versuchsdurchführung mit bis zu 7 Wiederholungen. Die Tiere der Kontrollgruppe wurden für 10 Sekunden ohne Gas in die Grube gesenkt. Bei einer zweiten Gruppe erfolgten zwei kurze Elektroschocks mit dem Elektrotreibstab (< 1 Sekunde). Die Schweine der dritten Gruppe wurden einer CO2-Konzentration von 90 bzw. 60 % ausgesetzt. Die Verweildauer in der Grube betrug 15 Sekunden in Versuch 1 und 7 Sekunden in Versuch 2. Durch den Einsatz des Elektrotreibers in der Gondel verlängerte sich die Zeit bis zum Eintritt in die Betäubungseinrichtung im Vergleich zur Kontrolle signifikant. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war kein signifikanter Unterschied durch die Behandlung mit CO2 erkenn- bar. Da die Autoren bei Konzentrationen von 90% CO2 von einem Bewusstseinsverlust ausgehen, der auch die Erinnerung beeinflusst, wurde Versuch 2 mit 60 % durchgeführt. Die Tiere hyperventilierten, verloren aber nicht das Bewusstsein. Hier wurde eine nur sehr geringe Aversivität festgestellt, die deutlich unter der durch den Elektrotreiber hervorgerufenen lag. Dies steht im Gegensatz zu den Untersuchungen von RAJ und GREGORY (1995), die zu dem Schluss kamen, dass sowohl 60 als auch 90 % CO2 sehr aversiv auf Schweine wirken.
In einem weiteren Versuch ging es um die Aversionen der Schweine gegenüber der CO2- Gondel und dem V-Restrainer. Mit 28 vier Monate alten männlichen Schweinen wurde über zwei Tage das Eintreten in die CO2-Betäubungsanlage oder in den V-Restrainer trainiert. Kriterium für den Ausschluss war, wie bei den ersten Versuchen, ein Zeitlimit von 26 Sekunden. Am 3. Tag erfolgte die Zeitmessung der Wegstrecke bis in die CO2-Anlage oder den Restrainer, wobei die unterschiedlichen Bedingungen im Zutrieb kurz dargestellt wurden. Die Schweine betraten die CO2-Anlage über eine Stufe nach unten und den Restrainer über eine leicht bergauf gehende Rampe. Die Tiere wurden in die Grube, die nicht mit CO2 gefüllt war, abgelassen bzw. der Restrainer mechanisch in Betrieb genommen. Die Autoren konnten bei den beiden Systemen keine signifikanten Unterschiede ermitteln. Man kam zu dem Schluss, dass neben dem Betäubungssystem eine Vielzahl von Komponenten die Aversion beeinflussen und eine Stressminimierung grundsätzlich wichtig ist. Die CO2-Betäubungsgondel halten die Autoren für besser, da die Tiere hier im Vergleich zum Restrainer in der Bewegung nicht eingeschränkt und somit weniger "gestresst" sind.
Abschließend verweisen die Autoren an Hand der durchgeführten Untersuchungen nochmals auf die hohe Aversivität gegenüber dem Elektrotreibereinsatz. Der Einfluss der CO2- und Elektrobetäubung auf das Befinden der Tiere ist stark von den Bedingungen im Schlachthof abhängig. Die Untersuchungen zeigten, dass CO2 für sich allein nicht hoch aversiv ist.

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