Belgier essen weniger Fleisch

Im zurückliegenden Jahr hat der Belgier im Schnitt 21,6 kg Fleisch zu Hause verzehrt, ein Minus von 4,4 Prozent gegenüber 2012. Das geht aus den Zahlen hervor, die GfK Panelservices Benelux im Auftrag von Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM ermittelt hat. Das GfK-Panel erfasst die Einkäufe von 5.000 belgischen Haushalten. Nicht berücksichtigt wird der Außer-Haus-Verzehr sowie der Verbrauch auf der Veredelungsstufe.

 

289,90 EUR ließ sich der Belgier seinen Fleischkonsum im vergangenen Jahr kosten. 99 Prozent der belgischen Privathaushalte griff auf Fleisch, Fisch oder Geflügel zurück. Im Schnitt wurden 58 Einkäufe pro Jahr/pro Haushalt getätigt.

 

Im Frischfleischsegment gewinnen die Fleischzubereitungen weiter Terrain (+ 1,7 Prozentpunkte) auf Kosten der „reinen“ Fleischsorten. Gemittelt 7,6 kg hiervon – etwa Hackfleisch, Cordon-Bleu, Rouladen, Brat- und Kochwurst, Grillgut, etc. – isst der Belgier pro Jahr. Mit einem Marktanteil von 36,6 Prozent am gesamten Fleischpaket stehen die Fleischzubereitungen besonders hoch im Kurs der Verbraucher.

 

Wohl auch preisbedingt ist der Privatverzehr von Geflügel und Wild 2013 um 200 g auf 10,2 kg/capita gestiegen.

 

Schweinefleisch ist mit einem pro-Kopf-Verzehr von 6,1 Kilogramm und einem Volumenanteil von 29,5 Prozent die beliebteste Rotfleischkategorie im Königreich. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 6,1 Prozent. Neben der schrumpfenden Anzahl der Familien, die Schweinefleisch auf der Einkaufsliste berücksichtigen, werden eine rückläufige Einkaufsfrequenz sowie sinkende Volumen der Privatnachfrage für den Negativtrend verantwortlich gemacht.

 

Auch die Haushaltskäufe von höherpreisigem Rindfleisch mussten im vergangenen Jahr Federn lassen. Der pro-Kopf-Verzehr ist um 7,9 Prozent auf 5,3 kg gesunken. Rindfleisch macht volumenmäßig 25 Prozent der Fleischmengen aus. Das Kalbfleisch folgte dem Rindfleischtrend: 2013 landeten nur noch 780 g auf dem Teller des Verbrauchers , ein Jahr zuvor waren es noch 840 g.

 

Lamm- und Schaffleisch konnten mit 620 g per capita das Vorjahresniveau halten. Pferdefleisch hingegen musste erneut Abstriche hinnehmen; gerade mal 160 g wurden im Schnitt verzehrt.

 

Der Konsument hat den Rotstift aber nicht nur bei Fleisch angesetzt, auch Fisch, Weich- und Schalentiere sowie vegetarische Fleischersatzprodukte mussten Einbußen hinnehmen.

 

Der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel (DIS1) ist nach wie vor die mit Abstand wichtigste Einkaufsstätte für Frischfleisch in Belgien: 39,6 Prozent der Einkäufe wurden 2013 dort getätigt. Damit wurde in den vergangenen Jahren verloren gegangenes Terrain wieder leicht gut gemacht.

 

Mit einem Marktanteil von 26,5 Prozent belegen die Metzger den zweiten Platz im Ranking der beliebtesten Einkaufsstätten, allerdings 1,7 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

 

Die Nachbarschaftssupermärkte verteidigen ihren stabilen Marktanteil von 18 Prozent erfolgreich.

 

Dass der Verbraucher verstärkt preisbewusst kauft, belegen die Wachstumszahlen der Harddiscounter, die ihren Marktanteil 2013 um 1,2 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent ausbauen konnten.

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