Vor eineinhalb Jahren begann der Vorstand der Block Foods AG, Karl-Heinz Krämer, mit dem örtlichen Rinderzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern und ansässigen Landwirten erste Gespräche zu führen, um eine Vision in die Realität umzusetzen: ein eigenes regionales Rinderzuchtprogramm für Block House. Die Überlegungen zu dem Projekt sind berechtigt, weiß Karl-Heinz Krämer: „Der südamerikanische Markt entwickelt sich zunehmend schwieriger, die Konkurrenz und die Nachfrage werden größer, aber das Angebot knapper.“
Als Geschäftsführer der Block House Fleischerei weiß er wovon er spricht, denn seit 2008 verantwortet er die Fleischbeschaffung für Block House und die eigenen Qualitätskontrolleure in Südamerika. Der Name für das Aufzuchtprojekt lautet nach Angaben von Stephan von Bülow, Vorstand der Block House Restaurantbetriebe, „From nature to table“ (übersetzt: Von der Natur auf den Tisch).
Im Mai dieses Jahres ging das erste Rinderzuchtprogramm des Hamburger Unternehmens in die Startphase. Aktuell arbeitet Block House mit neun Vertragslandwirten zusammen, die 1.100 Uckermärker-Rinder sowie Uckermärker-Kreuzungen für das Unternehmen aufziehen. Die Landwirte sind in ganz Mecklenburg-Vorpommern verteilt, von der Ostsee bis zur Elbe. Eines haben alle gemeinsam: weitläufige Weiden, auf denen die Rinder naturbelassen und artgerecht grasen können.
Die Kälber wachsen bei den Mutterkühen in Weidehaltung auf. Über die kalten Wintermonate kommen die Rinder in offene, helle Stallanlagen, stehen auf Stroh und haben viel Bewegungsfreiheit. Knapp zwei Jahre werden die Tiere mit natürlichem Futtermittel aus regionalem Anbau gefüttert, bestehend aus Gras, ergänzt durch Mais-, Grassilage und Getreide, ehe sie ihren Weg ins Restaurant oder den Supermarkt finden.
„Wir müssen beim Rohstoff Fleisch zukunftsorientiert handeln, um den Fleischbedarf des Unternehmens nachhaltig decken zu können“, so Stephan von Bülow weiter. Mecklenburg Vorpommern biete mit seinen großen Weideflächen und Deutschlands längster wetterbedingten Weideperiode die besten Voraussetzungen für eine naturnahe Rinderaufzucht. Karl-Heinz Krämer weiß: „Regionale Produkte sind authentisch. Die Wertschöpfung bleibt in der Region, schafft und erhält Arbeitsplätze vor Ort. Zudem trägt die extensive Weidehaltung der Rinder auch zur Landschaftspflege bei.“
Aktuell kommen die Block House-Gäste nur während einer Monatsaktion und in einzelnen norddeutschen Famila-Märkten in den Genuss der Uckermärker. Die Anzahl der Tiere ist noch zu gering, um den Bedarf der 36 deutschen Block House Restaurants zu decken. Das Fine Dining-Restaurant „Theo’s“, das Block House-Gründer Eugen Block im März 2015 in Hamburg eröffnete, bietet das Dry Aged Beef der Mecklenburger Rinder regulär an.
Die Uckermärker-Rasse war für das Unternehmen Neuland. Nach einer intensiven Testphase von einem halben Jahr und sehr guten geschmacklichen Erfahrungen fiel die Entscheidung. Die Uckermärker sind benannt nach der gleichnamigen Landschaft in Brandenburg, wo die Rasse nur noch von Liebhabern gezüchtet wird.