Wie wichtig die Analytik für die Lebensmittelqualität und -sicherheit ist, zeigte sich auf dem BVL-Symposium „Vergleichbarkeit von Messergebnissen – Analytik im Spannungsfeld globaler Warenströme“. Rund 200 Experten aus Wirtschaft, Behörden und Forschung kamen in Berlin zusammen, um über die kommenden Herausforderungen für private und amtliche Labore zu diskutieren. Die Analytik stehe durch Globalisierung und gesellschaftliche Entwicklungen vor neuen Herausforderungen, so Bernhard Kühnle, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. „Aber die neuen Möglichkeiten der Analytik bergen auch neue Herausforderungen für Risikobewertung und -management.“ Als größte Herausforderung für die Analytik sehen alle Beteiligten die Globalisierung des Handels. Produkte, die in Europa produziert werden, müssen nicht nur europäischen Vorschriften, sondern auch den Vorschriften in den importierenden Ländern entsprechen und umgekehrt. Es liegt daher sowohl im Interesse der produzierenden Firmen – insbesondere wenn sie international agieren – als auch der amtlichen Überwachung, dass mehr und mehr Analyseverfahren international harmonisiert und standardisiert werden.
Ressourcen effizienter nutzen
Der Weg einer validierten Untersuchungsmethode aus der amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren über die DIN-Ausschüsse zum CEN oder ISO hat sich nach Erfahrung aller Redner auf dem Symposium bewährt. Aber – so die Vertreter von privaten und amtlichen Laboren – könne man nicht immer abwarten, bis eine Methode auf europäischer oder internationaler Ebene harmonisiert sei. Einen wichtigen Baustein innerhalb der amtlichen Überwachung bilden die Nationalen und Europäischen Referenzlabore. Frank Swartenbroux von der Europäischen Kommission (DG Sante) bezeichnete die Europäischen Referenzlabore als „rechte Hand der Kommission“, von deren Wissen man profitiere. Die EURL besitzen dabei eine koordinierende Funktion zwischen den Mitgliedstaaten. Frank Swartenbroux geht davon aus, dass diese koordinierende Funktion durch die Neuregelung der Verordnung 882/2204 noch verstärkt und um weitere Aufgabengebiete erweitert wird. Die Referenten und Teilnehmer des Symposiums waren sich einig, dass europäische und nationale Referenzlabore sich untereinander – aber auch mit den Kontrolllaboratorien und den privaten Laboren – noch besser austauschen sollten. Ein gutes Beispiel für solch eine Vernetzung sind auch die rund 30 Arbeitsgruppen, die am BVL die amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren gemäß § 64 LFGB erstellen. In den Arbeitsgruppen sitzen auch Experten aus privaten Laboren, die ihre tägliche Erfahrung in die gesetzliche Validierung einbringen.
Analytik als Instrument der Antibiotika-Kontrolle
An den Beispielen der Kontrolle von Antibiotika-Rückständen und dem Resistenzmonitoring wurde aufgezeigt, welche Resultate die angewandten Instrumentarien zur Herstellung von Vergleichbarkeit erbringen. Die Überwachung, so das Fazit der Vorträge, hat sowohl einen Bedarf an exakten, aber teuren chemischen Analyseverfahren als auch an preiswerteren Standardverfahren, die schnelle Massentests ermöglichen. Das Nebeneinander der Normung von festgelegten Methoden als auch die schnelle Verfügbarkeit neuer Methoden durch die Festlegung von Leistungskriterien wurde als erfolgsversprechender Ansatz für die Analytik gesehen. www.bvl.bund.de
Foto: © Pflug / BVL