Das neue Hähnchen

Blick über den Tellerrand zu unseren Oranje-Nachbarn: Wer heute frisches Hähnchenfleisch in niederländischen Supermärkten kaufen möchte, den erwartet ein vollkommen verändertes Angebot: Zu finden ist vor allem Fleisch von Hähnchen, die nach Regelungen aus dem Konzept des „Kip van morgen“ („Hähnchen von morgen“) gehalten werden.

 

Der Anteil von vorverpackten Hähnchenprodukten aus diesen neuen Konzepten liegt aktuell bereits bei über 70 %, so die Schätzung des Verbands der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (Nepluvi). „Das neue Hähnchen“ habe sich vor allem deshalb so erfolgreich und rasant im Handel etabliert, weil sich die gesamte Wertschöpfungskette für Nachhaltigkeit und Tierwohl zusammengetan hat.

 

Hähnchen auf Erfolgskurs

Zuchtbetriebe, Brütereien und Zulieferbetriebe entwickelten in Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel neue, widerstandsfähige Hähnchenrassen. Vom sogenannten Scharrel-Hähnchen über Bio-Hähnchen bis hin zum „Beter Leven“-Sternesiegel wurden unterschiedliche Initiativen realisiert.

 

Die neuen Produkte kommen beim Verbraucher gut an. Der Verzehr von vorverpacktem Scharrel-Hähnchenfleisch wuchs zwischen 2010 und 2016 von 4 auf etwa 16 %. Der Konsum-Anteil von Bio-Hähnchen ist bis 2016 auf 3,3 % angestiegen. 62 % der niederländischen Verbraucher bevorzugen Hähnchenfilet im Einkaufswagen.

 

Es ist eine kontinuierliche Zunahme beim Verzehr von Hähnchenschenkeln zu beobachten, die innerhalb eines Jahres von 3 auf 6 % in 2016 stieg. Der Pro-Kopf-Verzehr von Geflügelfleisch lag 2016 in den Niederlanden bei 22 kg, 18 kg davon waren Hähnchenfleisch. 90 % des verzehrten Geflügelfleisches werden im Supermarkt abgesetzt.

 

Geflügelwirtschaft hat hohen Aufwand betrieben

Der Wandel des konventionellen Hähnchenangebots in neue, nachhaltige Konzepte ist für die niederländische Geflügelwirtschaft mit hohem Aufwand verbunden. „Der gesamte Sektor hat mit außerordentlichem Engagement daran gearbeitet, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen“, bilanziert Nepluvi-Vorsitzender Gert-Jan Oplaat (Bild o.). www.nepluvi.nl

 

 

Foto: Nepluvi

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