Wien. Mit 40 kg pro Kopf-Verzehr ist Schweinefleisch des Österreichers bevorzugtes Fleisch. Das Schnitzel, das zu den Lieblingsspeisen im Land zählt, darf deshalb auf Speisekarten nicht fehlen. Bei einer Blindverkostung von Schnitzelvarianten wurden die Geschmacksnerven auf "die Probe" gestellt und die Qualitätsausrichtung des Schweinefleischsektors näher betrachtet.
Neben der österreichischen Standardqualität wurde Fleisch mit dem AMA-Gütesiegel, aus biologischer Landwirtschaft, aus einem Markenschweinefleischprogramm und vom Mangalitza Wollschwein verwendet. Als besondere Herausforderung wurde auch ein Kalbsschnitzel serviert, welches es zu erkennen galt. Dabei
traf die Jury eine eindeutige Entscheidung: Schweine- schlägt
Kalbfleisch. Besonders gut bewertet wurden die Varianten aus dem Markenschweinefleischprogramm sowie jene mit
AMA-Gütesiegelqualität. Geschlagen geben mussten sich hingegen das Kalbsschnitzel
und jenes vom Mangalitza Wollschwein, letzteres wurde von der Jury als
zu wenig aromatisch und zu grobfasrig bewertet.
Zurzeit existieren bei Schweinefleisch keine gesetzliche Definition der Herkunft und auch keinerlei rechtliche
Vorgaben, an einem entsprechenden Kennzeichnungssystem teilzunehmen, wie
das etwa bei Rind und Kalb der Fall ist. Mit "sus" wurde
ein System installiert, das die Herkunftskennzeichnung auf allen Stufen
durch entsprechende Kontrollen absichert. Gründe dafür waren neben
der fehlenden allgemeinen Herkunftsdefinition auch diverse
internationale Skandale im Lebensmittelbereich und nicht zuletzt der Wunsch
einiger Marktpartner nach klarer Nachvollziehbarkeit und
unabhängiger Kontrolle von Angaben.
Der Markt in Zahlen und Fakten
Tierische Erzeugnisse nahmen im Jahr 2010 einen
Produktionswert von 45,3% des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs ein.
Mit rund 11% am Gesamtwert und damit einem Anteil von 25% an der
tierischen Endproduktion hat der Schweinesektor einen bedeutenden
Stellenwert in der österreichischen Landwirtschaft. Die österreichischen Schweinebauern sind im EU-Vergleich besonders klein
strukturiert, das ermöglicht eine Produktion in geschlossenen Systemen d.h. Ferkelproduktion und Schweinemast im gleichen Betrieb.
Insgesamt lag der Schweinebestand im Jahr 2010 bei rund 3,13 Mio. Stück
und ist gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich geblieben. Ebenso
verhält sich die Zahl der Schlachtungen. Mit über 5,5 Mio. in
Gewerbebetrieben geschlachteten Tieren im Jahr 2010 zeigte sich ein leichter
Anstieg gegenüber den Jahren zuvor.
mp, RbB
Im Bild v.l.n.r.: Ing. Georg Mayringer (GF VÖS, Verband
Österreichischer Schweinebauern), DI Johann Schlederer (GF Österreichische
Schweinebörse), Dr. Stepahn Mikinovic (GF AMA Marketing) Fotocredit:
Agrarmarkt Austria Marketing GmbH/APA-Fotoservice/Strasser