Seit kurzem präsentiert das „Deutsche Gewürzmuseum“ am Mönchshof in Kulmbach alle Facetten der Gewürze. Hier kann der Besucher diese mit allen Sinnen erfahren und genießen: sehen, riechen, anfassen und schmecken lautet die Devise. Die Gewürzexpertin und Wirtschaftshistorikerin Dr. Manuela Mahn hat dort zusammen mit dem Museumsteam, unter der Leitung von Sigrid Daum und Bernhard Sauermann, eine echte Erlebniswelt geschaffen. Auf den langen Weg der Gewürze – auf einer der längsten Handelsketten der Welt – begibt sich der Besucher von Asien bis nach Deutschland: über die Seidenstraße, per Schiff über das Mittelmeer nach Venedig, mit Lasttieren über die Alpen bis ins Verteilerzentrum Nürnberg. Dort zeigen Stadtbürger des Spätmittelalters wie sie die kostbaren Gewürze verkauften und verwendeten: ob „Pfeffersack“ (Fernhändler), Gewürzkrämer, Brauer, Lebküchner, Metzger, Weinschenk, Apotheker oder die Köchin. Auch die erste Lebensmittelkontrolle der Welt fehlt nicht, die Nürnberger Safran- und Gewürzschau, die Fälschungen mit der Todesstrafe belegte.
Moderne Qualitätskontrollen und die Gewürzproduktion, früher wie heute, können im Technikum betrachtet werden. Das Herzstück des Museums ist das Botanikum, eine Schatzkammer voller Gewürze, in der deren Herkunft, Anbau, Veredelung genauso beleuchtet werden, wie die Inhaltsstoffe, die für den würzigen Charakter der Pflanzen sorgen. Spannende Hörspiele und Leuchtbilder laden zu einer Reise in die magische Welt der Gewürze ein. Den Abschluss des Rundgangs bildet der „Spice Club“. Hier kann jeder Besucher in Fachbüchern und Zeitschriften schmökern, sich inspirieren lassen und sich digital über aktuelle Gewürzthemen, die Gewürz-App oder den Gewürz-Sommelier, informieren. Im Museums-Shop gibt es eine Vielzahl an Kostbarkeiten wie Tonkabohne, Tellicherry-Pfeffer oder Zimtblüte. Öffnungszeiten: Di. bis So. von 10 bis 17 Uhr. www.kulmbacher-moenchshof.de
Fotos: Deutsches Gewürzmuseum