Appenzeller

Drei Schweizer Wurst-Originale

Seit dem 25. Januar 2018 stehen die drei Appenzeller Fleischspezialitäten Siedwurst, Mostbröckli und Pantli im Verzeichnis der Schweizer Produkte mit geschützter geografischer Herkunft. Sie dürfen also das Markenzeichen IGP (Indication géographique protegée) tragen – vorausgesetzt ihre Hersteller kommen den strengen Anforderungen nach und sind Mitglieder der Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten.
Hier werden die Interessen der Betriebe vertreten, welche die Bedingungen für die Produktion der drei Spezialitäten erfüllen. Sie organisieren die Zertifizierung und garantieren für die Einhaltung des anspruchsvollen Reglements. Aktuell hat die Sortenorganisation 18 Mitglieder aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen.

Erfreuliches Resultat

Das Schweizer Zertifizierungs-Unternehmen ProCert AG besuchte und überprüfte in den vergangenen sechs Monaten alle Mitgliederbetriebe und stellte fest: Sie erfüllen die anspruchsvollen Bedingungen des Pflichtenhefts und dürfen somit die offiziellen Logos der Appenzeller Fleischspezialitäten IGP auf ihren Produkten verwenden sowie dafür werben. Die Zertifikate wurden am 31. Oktober im Restaurant Ochsen in Schönengrund (AR) an die Mitglieder überreicht. Markus Walt, Leiter des Innerrhoder Amts für Wirtschaft, gratulierte der Sortenorganisation zu diesem Meilenstein.

Seit 1. November dürfen die Produktbezeichnungen Appenzeller Siedwurst, Appenzeller Pantli und Appenzeller Mostbröckli nur noch von den 18 zertifizierten Produzenten der Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten verwendet werden. Das Risiko der missbräuchlichen Benutzung dieser attraktiven Namen im In- und Ausland sinkt dadurch.

Die Lebensmittelindustrie spielt in der Ostschweiz eine wichtige Rolle. Der wirkungsvolle Schutz erfolgreicher traditioneller Produkte mit Hilfe von Markenzeichen wie IGP und AOP ist ein entscheidender Schritt, um diese wertvollen Einkommensquellen für die Region nachhaltig zu erhalten und zu fördern.

Sortenorganisation Appenzeller Fleischspezialitäten

Diese Organisation wurde am 12. April 2018 gegründet. Präsident ist der Innerrhoder Metzgermeister und Großratspräsident Franz Fässler. Im Vorstand der sogenannten Sortenkommission sitzen vier erfahrene Unternehmer/-innen mit leitender Funktion bei den Mitgliederbetrieben. Die Geschäftsführung wurde Urs Bolliger vom Trägerverein Culinarium übertragen.

AOP und IGP

AOP ist die Abkürzung für Appellation d’Origine Protégée. Die deutsche Übersetzung lautet geschützte Ursprungsbezeichnung. In der Schweiz hat sich die französische Schreibweise durchgesetzt. Bedingung für das Garantiezeichen AOP ist, dass von den Rohstoffen bis zur Produktion alles aus einer klar eingegrenzten Ursprungsregion stammt.

IGP ist die Abkürzung für Indication Géographique Protégée oder geschützte geografische Angabe. Es steht für traditionelle Produkte, die im Herkunftsgebiet entweder erzeugt, verarbeitet oder veredelt werden. Die Rohstoffe dafür dürfen im Gegensatz zur AOP auch aus anderen Regionen der Schweiz stammen. Das Kuhfleisch für das Appenzeller Mostbröckli IGP stammt also nicht zwingend aus dem Alpsteingebiet, aber in jedem Fall aus der Schweiz. Die Erklärung dafür ist nicht fehlender Wille, sondern fehlender Rohstoff. Da nur ausgesuchte Stücke mit spezifischen Qualitätsanforderungen für die Produktion geeignet sind, ließe sich die Nachfrage nicht einmal in der Region selbst decken.

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