Eggelbusch Harsewinkel Insolvenz, Verkauf, Neustart

Eggelbusch durch Verkauf gerettet

Zwei strategische Investoren übernehmen

Nach einer über achtmonatigen Betriebsfortführung im Insolvenzverfahren sowie intensiven Verhandlungen ist der Wurstwarenhersteller Eggelbusch gerettet. Insolvenzverwalterin Dr. Susanne Berner fand laut Pressemitteilung der Agentur dictum media mit Unterstützung ihres Teams um ihren Kanzleipartner, Rechtsanwalt Steffen Werner, sowie des Interims-Managers Prof. Thomas Paul, paul & collegen, eine Sanierungslösung.

Das Traditionsunternehmen, das sich auf die Herstellung von Wurst- und Salamispezialitäten aus kontrollierter ökologischer Erzeugung spezialisiert und seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Harsewinkel hat, sei an ein Konsortium von zwei strategischen Investoren verkauft worden. Der Betriebsübergang habe am 16. Mai 2024 stattgefunden. Der Gläubigerausschuss habe dem Kaufvertrag, der am 13. Mai 2024 notariell beurkundet wurde, zuvor zugestimmt.

Neustart mit knapp 100 Mitarbeitern

Die beiden Investoren sind die Bittner GmbH & Co. KG mit Sitz in Steinfurt und die Spilker GmbH mit Sitz in Gütersloh. Beide sind Unternehmen, die auf die Herstellung und den Vertrieb von Fleisch- und Wurstwaren spezialisiert sind. „Ich freue mich sehr, dass wir für das Familienunternehmen, das nunmehr seit über 90 Jahren und in der dritten Generation am Markt ist, in einem herausfordernden Marktumfeld eine ausgezeichnete Zukunftslösung finden konnten. An der Seite von zwei starken Partnern kann das Unternehmen neu durchstarten“, sagt Insolvenzverwalterin Dr. Susanne Berner. Über den Kaufpreis hätten die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

Marke Eggelbusch bleibt erhalten

Der gerettete Familienbetrieb aus dem Landkreis Gütersloh werde weiterhin unter dem Markennamen Eggelbusch agieren. Seine Fleisch- und Wurstspezialitäten sollen an den Lebensmitteleinzel- und Großhandel sowie an Großverbraucher wie Hotels, Restaurants und Kantinen gehen. Bei der Belegschaft herrsche Erleichterung, da knapp 100 der insgesamt rund 115 Mitarbeiter von den neuen Eigentümern übernommen werden. Auch der ehemalige Geschäftsführer und Gesellschafter, Claus Schürmann, verbleibe im Unternehmen und übernehme eine Leitungsposition.

Gründe für die Insolvenz

Eggelbusch sei in den vergangenen Jahren mit herausfordernden Marktbedingungen konfrontiert gewesen. Der anhaltende Trend zu einem geringeren Fleischverzehr und die wachsende Beliebtheit einer veganen Lebensweise hätten zu einem spürbaren Umsatzrückgang geführt.

Das Management habe versucht, gegen die widrigen Marktbedingungen durch die zunehmende Erweiterung auf Bio-Produkte umzusteuern. Der eingeleitete Transformationsprozess und die beabsichtigte Neuausrichtung seien allerdings nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit umgesetzt worden.

In Folge dessen sei das Familienunternehmen in eine finanzielle Krise geraten, die schließlich am 26. September 2023 zum Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bielefeld führte. Die Insolvenzverwalterin Dr. Susanne Berner habe den Geschäftsbetrieb des Familienunternehmens Eggelbusch über acht Monate fortgeführt, stabilisiert und anschließend einen Investor gesucht. Mit dem nun erfolgten Verkauf könne Eggelbusch neu durchstarten.

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