Fleischerhandwerk bewährt sich

Eine Umfrage des Deutschen Fleischer-Verband bei seinen Mitgliedern belegt, dass das Fleischerhandwerk die Corona-Krise vorbildlich gemeistert hat. Via App beteiligten sich daran vom 15. bis 17. Mai 2020 303 Innungsmitglieder. Nur sehr wenige Betriebe waren direkt durch Krankheitsfälle betroffen, zwei mussten vorübergehend schließen. Einzelne Quarantäne-Anordnungen für Mitarbeiter/innen gab es öfter.

Der Umsatz über die Ladentheke war bei den an der Befragung beteiligten Fleischereien im Durchschnitt der bedeutendste Bereich. Insgesamt meisterten die Betriebe den Großteil der Herausforderungen gut. Bei der Rohstoffbeschaffung und die Einhaltung der Hygieneregeln bei den Kunden gab es keine unüberwindbaren Hindernisse. Nicht so einfach war es bei der Organisation der Mitarbeiter sowie der Einhaltung der Maskenpflicht. Bei rund 17 % der befragen Betriebe traten finanzielle Engpässe ein.

Umsatz in den Geschäftsfeldern

Den Umsatz an der Theke bewerteten die Betriebe überwiegend positiv. Etwa 80 % gaben moderate oder sogar massive Umsatzsteigerungen in diesem Bereich an. Negativ – teilweise massiv – entwickelten sich die Umsätze in den Geschäftsfeldern Imbiss sowie im Partyservice/Catering und bei den Lieferungen an Großverbraucher. Da in diesen Geschäftsfeldern etwa 32 % des Umsatzes der Branche erwirtschaftet werden, wirken sich diese Zahlen deutlich auf die gesamte Umsatzentwicklung im Fleischerhandwerk aus. Uneinheitlich sind die Entwicklungen der Umsätze im Mobilen Verkauf sowie im Online-Handel. Überwiegend positiv sind die Entwicklungen in der Corona-Krise bei Fleischereien mit hohen Umsatzanteilen im stationären Thekenverkauf (> 70 %). Negativ sind die Gesamtumsätze bei Unternehmen mit Spezialisierung auf Partyservice/Catering sowie Lieferungen (Thekenverkauf < 50 %). Dazu zählen rund 20 % aller Betriebe (n=64).

Unterstützungsmaßnahmen

Etwa 68 % der handwerklichen Fleischerbetriebe kamen bis zum Befragungszeitpunkt ohne materielle Unterstützung durch die Corona-Krise. Allerdings mussten rund 18 % Kurzarbeitergeld beantragen. Das deckt sich weitgehend mit dem Anteil der Betriebe, die große finanzielle Probleme hatten. Betrachtet man, in welchen Geschäftsfeldern diese Unternehmen vornehmlich tätig sind, fällt auf, dass es vor allem Betriebe sind, deren Geschäftsanteile im Partyservice/Catering, im Imbiss und bei den Lieferungen an Großverbraucher sehr hoch ist. Etwas abgeschwächt zeigt sich das gleiche Bild bei Unternehmen, die Liquiditätshilfen beansprucht haben. Aber auch hier liegt der Anteil überdurchschnittlich hoch. Weitere Infos zu diesem Bundesverband gibt es hier.

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